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Altencelle Sorgen wegen Keimen im Wasser
Celle Aus der Stadt Altencelle Sorgen wegen Keimen im Wasser
19:42 06.12.2018
Von Michael Ende
Sicher ist sicher: Ekkehard Kuhnert setzt in der Küche einen Filter ein, um das Leitungswasser noch sauberer zu machen. Nötig sei das absolut nicht, heißt es seitens der Stadwerke. Quelle: Oliver Knoblich
Osterloh

Dass irgend etwas mit seinem Leitungswasser nicht stimmen könnte, alarmiert Ekkehard Kuhnert. Er und seine Nachbarn in Osterloh haben mitbekommen, dass es an mehreren Tagen zu stundenlangen Leitungsspülungen wegen angeblich „bakterieller Verkeimung“ des Trinkwassers, bei der der zulässige Grenzwert überschritten worden sei, gekommen ist. Ist das gefährlich? Die Stadtwerke Celle winken ab: "Nein".

Auskunft aus Braunschweig: „Meine Nachbarn sind beunruhigt, weil der Monteur auf die Notwendigkeit der Maßnahme hingewiesen hatte und gesagt hat, dass die zulässigen Grenzwerte überschritten seien“, sagt Kuhnert. Er weiß, dass bakterielle Verunreinigungen des Trinkwassers gesundheitsgefährdend sein können. Als er gegen 16.30 Uhr die Service-Nummer der Stadtwerke Celle unter (05141) 9519399 anrief, landete er zu seiner Überraschung bei der Störungsstelle der Stadtwerke Braunschweig, wo man ihm sagte, im Falle einer Störung würde von dort aus ein Störungstrupp in Bewegung gesetzt. Da Kuhnert aber eine Frage zur Wasserqualität hatte, hieß es aus Braunschweig, er solle dieselbe Nummer noch einmal zu den Bürozeiten der Celler Stadtwerke anrufen – für Kuhnert ein Zeichen für mangelnde Kundennähe der Stadtwerke Celle.

Service aus Celle: Davon könne nicht die Rede sein, sagt Manfred Terlutter, technischer Leiter der Celler Stadtwerke: „Beim Wählen der Störungsnummer (05141) 9519399 erreicht man rund um die Uhr die Leitwarte des Stadtwerke-Celle-Dienstleisters Veolia.“ Diese Zentrale befinde sich tatsächlich in Braunschweig: „Der Störungsdienst, der dann zur Schadensstelle fährt, hat seinen Standort allerdings in Garßen im Wasserwerk der Stadtwerke Celle.“

Spülen und Proben ziehen: In Osterloh seien bei einer routinemäßigen Beprobung erhöhte Keimzahlen festgestellt worden, so Terlutter. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt seien Spülungen zur Keim-Reduzierung und eine Nachbeprobung vorgenommen worden: „Leider war auch diese Nachbeprobung nicht zufriedenstellend, worauf eine Intensivierung der Spülungen und weitere Nachbeprobungen, hierbei auch an einer weiteren Stelle, festgelegt wurden.“ Die letzte Beprobung habe einen deutlichen Rückgang der Keimzahlen gezeigt, so der Experte: „Bei der zusätzlichen Probe wurden keine Auffälligkeiten festgestellt. Wir werden weiter spülen und beproben, bis die entsprechenden Werte eingestellt sind.“

Nicht gefährlich: Teerlutter verweist darauf, dass aufgrund der hohen Qualitätsanforderungen an das Trinkwasser niedrige Grenzwerte festgelegt worden seien, um rechtzeitig und angemessen reagieren zu können: „Die jetzt festgestellte Erhöhung war zu keinem Zeitpunkt gesundheitsbeeinträchtigend und ständig durch das Gesundheitsamt überwacht.“ Die Vorgehensweise, durch Spülungen erhöhte Werte zu senken, sei seit Jahrzehnten bewährte Praxis und werde von allen Wasserversorgungsunternehmen angewendet.

Wasserqualität wird ständig überwacht

Die Qualität des Celler Trinkwassers wird nach Angaben der Stadtwerke ständig durch Entnahme von Wasserproben überwacht. Ein externes, akkreditiertes Labor kontrolliert hierbei die in der Trinkwasserverordnung festgelegten Parameter. Vor der Probennahme durch das Gesundheitsamt werden die entsprechenden Leitungsabschnitte nochmals gespült. Werden Auffälligkeiten, ansteigende Werte oder Grenzwertüberschreitungen festgestellt, so werden mit dem Gesundheitsamt weitere Schritte abgestimmt. Diese können von Spülungen über Abkochgebote bis zur Einschränkung der Nutzung reichen.

Die Stadtwerke Celle versorgen – mit Ausnahme von Alvern – das gesamte Stadtgebiet sowie über die SVO Energie GmbH die Samtgemeinden Wathlingen und Flotwedel mit Trinkwasser. Innerhalb des Versorgungsgebietes der Stadt Celle leben zur Zeit rund 71.000 Einwohner, die aus dem Wasserwerk Garßen mit rund 4,7 Millionen Kubikmetern Wasser pro Jahr versorgt werden. Das zum Wasserwerk gehörige Trinkwasserschutzgebiet umfasst eine Fläche von 136 Quadratkilometern und erstreckt sich von Queloh/Starkshorn bis Vorwerk und vom Klosterhof Salinenmoor bis Habighorst. Das Grundwasser wird aus 16 Brunnen mit einer Tiefe von 70 Metern gefördert. Da die Grundwasserströme unter waldreichen Gebieten mit wenig landwirtschaftlich genutzten Flächen verlaufen, bestehe laut den Stadtwerken Celle keine Gefahr, dass die Qualität des Trinkwassers durch Überdüngung beeinträchtigt werde.