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Celle Ortsteile 1303 Unterschriften gegen geplantes Naturschutzgebiet bei Boye
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile 1303 Unterschriften gegen geplantes Naturschutzgebiet bei Boye
18:19 14.02.2014
Von Oliver Gatz
Die untere Allerniederung bei Boye soll mit ihrer Flora und Fauna zum Naturschutzgebiet erklärt werden. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Klein Hehlen

KLEIN HEHLEN. Viele Bürger sind verärgert: Erst Ende vergangenen Jahres wurde in dem Gebiet eine Maschinenhalle für landwirtschaftliche Geräte gebaut. Jetzt soll nach dem Willen der Stadtverwaltung die Untere Allerniederung bei Boye und Klein Hehlen zum Naturschutzgebiet mit zahlreichen Einschränkungen für die Bürger erklärt werden.

Mittlerweile ist die Frist für Einsprüche und Anregungen zur geplanten Verordnung abgelaufen. Das Vorhaben der Stadt hatte zuvor in Celles Nordwesten die Runde gemacht. Dazu trugen Tjark Lierse aus Klein Hehlen und Joachim Schade aus Boye mit einer E-Mail an die Anwohner bei, in der sie Anfang Februar auf die Pläne der Stadt aufmerksam machten und eine Unterschriftenliste verschickten.

„In 12 Tagen haben sich 1303 Bürger für eine Umwandlung des gesamten Gebietes in ein Landschaftsschutzgebiet ohne Einschränkungen für die Bürger ausgesprochen", sagt Lierse. Die Listen wurden jetzt der Stadtverwaltung übergeben, der bereits eine Reihe persönlicher Einsprüche, adressiert an Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende, vorliegen.

„Den Bürgern soll der Zutritt zur Talniederung der Aller grundsätzlich verboten werden, und zwar beginnend an der Allerbrücke vom Wilhelm‐Heinichen‐Ring bis zur Gemeindegrenze Winsen beziehungsweise Hambühren", erläutert Lierse. Allein schon das Betreten der Freiflächen an der Aller bei Klein Hehlen und Boye stelle nach den Bestimmungen der geplanten Naturschutzverordnung eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro geahndet werden könne. "Gleiches gilt für das Betreten der Waldgebiete links der Aller und das freie Laufenlassen von Hunden", so der Klein Hehlener.

Seit der Hochwasserschutzmaßnahme sei das Allergebiet in Klein Hehlen und Boye zum Naherholungsgebiet vieler Celler geworden, sagt Lierse. Nun sollen Drachen steigen lassen, auf Bäume klettern, Verstecken spielen, Pusteblumen pflücken, Stockspielen mit dem Hund oder naturnahe Spaziergänge über die Allerwiesen für Kinder tabu sein. „Naherholung für den Bürger ist nur noch auf ausgewiesenen Wegen möglich", erläutert der Klein Hehlener. Baden solle der Verordnung nach an der Brücke Wilhelm‐Heinichen‐Ring und an der Anlegestelle Boye erlaubt sein, obwohl dies nach der Bundesschifffahrtstraßenordnung verboten sei, fügt er hinzu.

Bei einer Bürgerversammlung für die betroffenen Anwohner aus Klein Hehlen, Boye, Neustadt/Heese und Wietzenbruch am 6. März ab 19 Uhr in Lehmanns Partyscheune in Klein Hehlen wird die Stadtverwaltung ihre Pläne vorstellen.