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Celle Ortsteile 1618 Westerceller protestieren gegen Hells Angels
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile 1618 Westerceller protestieren gegen Hells Angels
14:29 05.12.2013
Von Michael Ende
Das "süße Leben" in der Westerceller Kneipe wollen die Bürger, deren Unterschriften gestern an OB Dirk-Ulrich Mende übergeben wurden, den "Hells Angels" möglichst sauer machen. Quelle: Ronald Wittek
Westercelle

Noch ist der neue mutmaßliche Unterschlupf der als kriminell geltenden Rocker-Gang "Hells Angels" in einer Kneipe an der Dasselsbrucher Straße nicht bezogen - doch längst schon herrscht ein Klima der Angst in Westercelle. Ein Zeugnis davon legen die 1618 Unterschriften ab, die Aktivisten der "Interessengemeinschaft contra Hells Angels Westercelle/Neues Land“ gestern an Celles OB Dirk-Ulrich Mende (SPD) übergeben haben. Mende selbst hatte zusammen mit Westercelles Ortsbürgermeister Reinhold Wilhelms (SPD) zu den ersten Unterzeichnern der Listen gehört.

Rund um das Einkaufszentrum Westercelle, in dem die "Hells Angels" über einen Strohmann Räumlichkeiten gemietet haben sollen, fühlen sich Bürger bedroht. Man habe dort bereits einzelne Rocker mit schweren Motorrädern gesehen, heißt es. In der Gaststätte werde eifrig gewerkelt - sogar am Wochenende. Kaum einer der Aktivisten, die gegen einen "Rocker-Club" zu Felde ziehen, will namentlich genannt werden - man fühlt sich jetzt schon bedroht.

Für dem OB ist die Aktion mehr als nur hilflose Geste: "Es ist wichtig, deutlich zu machen, dass das hier kein Rückzugsgebiet für organisierte Kriminalität, wie sie von den Hells Angels ausgeht, ist." Mende sagte, er habe mittlerweile Post vom Anwalt des Immobilienbesitzers Adolf Cewe bekommen, der die Gaststätte in Westercelle an einen zwielichtigen Personenkreis vermietet habe. "Aber ich lasse mich von Drohungen nicht einschüchtern", so Mende. "Ich sage weiterhin: Wir wollen hier keine Hells Angels." "Als Herr Cewe aufgefordert wurde, den Mietvertrag zu kündigen, machte er für sich Sicherheitsbedenken geltend - aber unsere Sicherheit ist ihm egal. Dem geht es nur um den Profit", so einer der Unterschriftensammler.

Mende betonte, dass die "Hells Angles" kein harmloser Motorradclub seien, dessen Mitglieder vielleicht ab und zu mal über die Stränge schlügen: "Das ist eine kriminelle Vereinigung, gegen die wir mit allen Mitteln des Rechtsstaats vorgehen müssen."

Einen Anhaltspunkt dafür bietet vielleicht die Beobachtung eines Westercellers: Er meint dort Schwarzarbeiter gesehen zu haben. "Das wäre etwas, was man eventuell gegen den Betreiber des Lokals verwenden könnte. Darüber werde ich mit der Polizei sprechen", so Mende. Bei der Suche nach einer rechtlichen Handhabe gegen "Hells Angels" blickt Mende hoffnungsvoll nach Berlin: "In den Koalitionsvertrag wurden Passagen aufgenommen, die künftig ein Vorgehen gegen kriminelle Vereine erleichtern sollen - vielleicht hilft uns das ja weiter. Wir lassen auf jeden Fall nicht locker." Michael Ende