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Celle Ortsteile 20 neue Arbeitsplätze in Vorwerks alter Naafi
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile 20 neue Arbeitsplätze in Vorwerks alter Naafi
04:40 21.02.2018
Von Michael Ende
Quelle: Oliver Knoblich
Vorwerk

Kurz nachdem die Army die Kaserne an der Hohen Wende geräumt hatte und „die Naafi“ – eine Abkürzung für „Navy, Army and Air Force Institutes“, auf Deutsch „Einrichtungen der Marine, Armee und Luftwaffe“ – mangels Kundschaft überflüssig wurde, kaufte der Geschäftsmann Hans-Joachim Hamers die Liegenschaft. Er wollte das vorhandene Gebäude als Museum zu nutzen. Hier sollten historische Fahrzeuge ausgestellt werden. Der Investor plante auch, auf mehr als 2000 Quadratmetern Fläche Messen, Kunstausstellungen und kulturelle Veranstaltungen zu organisieren und in einer integrierten Gaststätte öffentliche und private Feiern und Veranstaltungen zu ermöglichen. Anfang 2015 sollte das Projekt an den Start gehen. Daraus wurde jedoch nichts. Der Investor überlegte es sich anders, und die Naafi stand erneut zum Verkauf.

Ende 2016 erwog die Celler Stadtverwaltung, ob man das Gelände von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben kaufen sollte, um das städtische Museumsdepot dorthin umzusiedeln. „Dort hätte man das Museumsdepot wahrscheinlich unterbringen können, schätzt Oberbürgermeister Jörg Nigge. Doch ein neuer Eigentümer, der dort Orthopädie- und Rehatechnik mit Lagerflächen, Werkstätten sowie Büro- und Verwaltungsflächen einrichten wolle, sei schneller gewesen. Nigge: „Im Hinblick auf den kurzfristig bekannt gewordenen Bedarf des Investors hat die Stadt Celle auf den Ankauf des ehemaligen Naafi verzichtet.“

Jetzt steht im Grunde nur eine planungsrechtliche Kleinigkeit an: Aus dem bisherigen „Sondergebiet“ muss ein „Gewerbegebiet“ werden. Im Ortsrat Vorwerk stellte der Investor Rulitschka, der unter anderem in Celle, Wunstorf, Uelzen und Hameln Niederlassungen betreibt, sein Projekt detailliert vor und kündigte an, dass am neuen Standort etwa 20 neue Arbeitsplätze entstehen sollten. Der Bauantrag sei bereits gestellt. Der Ortsrat sprach sich einstimmig für das Vorhaben aus, und auch im städtischen Bauausschuss gab es jetzt grünes Licht.

In Ex-Naafi-Gebäude soll laut Verwaltung lediglich Werksverkauf auf einer Verkaufsfläche von maximal 100 Quadratmetern zulässig sein: „Der Verkauf der Produkte wird aber überwiegend nicht an den Endverbraucher, sondern an Pflegedienste oder Krankenhäuser erfolgen. Für den Endverbraucher soll darüber hinaus ein Geschäft in der Innenstadt eröffnet werden.“

Nach dem Brand in der Flüchtlingsunterkunft an der Hohen Wende ist die Einrichtung komplett geräumt worden. Das teilte die Stadtverwaltung gestern auf Nachfrage der CZ mit. „In der Einrichtung waren 195 Personen untergebracht, von denen 169 zum Zeitpunkt des Brandes anwesend waren. Die Flüchtlinge sind zurzeit überwiegend in der Erstaufnahmeeinrichtung in Braunschweig untergebracht", so Stadtsprecherin Myriam Meißner. Wann die Bewohner wieder nach Celle zurückkehren können, stehe noch nicht fest. Zunächst müsse Klarheit über die Wiederbenutzung bestehen.

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Migräne, Diabetes, Rheuma oder Depressionen – das Leben mit einer chronischen Erkrankung ist nicht immer einfach. Rund 40 Prozent der deutschen Bevölkerung sind von einer andauernden Krankheit betroffen. „Chronische Erkrankungen bedeuten auch eine lebenslange Anpassung an diese Erkrankung – für die Betroffenen, aber häufig auch für ihre Angehörigen“, sagt Pflegewirtin Anke Saß. Als „Hilfe zur Selbsthilfe“ beschreibt die Geschäftsführerin des ambulant-psychiatrischen und psychosozialen Dienstes „Tapp“ ihr neues Kursus-Angebot „Gesund und aktiv leben“.

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Werner Gläser läuft und läuft und läuft und wird abrupt von einem Zaun gestoppt. Gläser ist sehbehindert, vertritt in Celle die Interessen der Blinden. Für die CZ hat er demonstriert, was derzeit passiert, wenn Sehbehinderte mit ihrem Blindenstock am Kreisel Hafenstraße unterwegs sind. Über das taktile Leitsystem am Boden werden sie zum Zebrastreifen geführt. Doch den hat die Stadt jüngst mit Metallzäunen abgesperrt, der Zebrastreifen wurde abgefräst. Gläsers Urteil: "Blinden und sehbehinderten Personen eine sichere Querung über eine stark befahrene, gefährliche Straße zu signalisieren und sie dann gegen einen Zaun laufen und dort stehen zu lassen, ist schlicht behindertenfeindlich und menschenverachtend."

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