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Celle Ortsteile AKH Celle mit leichtem Gewinn
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile AKH Celle mit leichtem Gewinn
08:31 08.08.2017
Von Gunther Meinrenken
Auch aus eigener Kraft hat das AKH den im vergangenen Jahr fertiggestellten Neubau gestemmt. Für weitere Investitionen ist die Celler Klinik auf Gewinne angewiesen. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

"In einem zunehmend schwierigen Marktumfeld, das geprägt ist von Kostensteigerungen vor allem im Personal- und Investitionsbereich haben wir unsere Erwartungen für das vergangene Jahr sogar etwas übertroffen", meinte Judick. Laut Plan hatte die AKH-Gruppe lediglich mit einem Plus von 400.000 Euro gerechnet. Dieses Ergebnis müsse in Hinblick auf die akute Finanznot der Krankenhäuser in Niedersachsen äußerst positiv bewertet werden. "In einer Umfrage der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft Ende vergangenen Jahres rechnete weniger als die Hälfte der befragten Krankenhäuser mit einem positiven Ergebnis", so Judick.

Das erzielte Plus ist umso höher zu bewerten, als das AKH im vergangenen Jahr weiter in den Pflegebereich investiert hat. Nachdem zu Zeiten der Konsolidierung vor ein paar Jahren, als die Klinik rote Zahlen schrieb, vor allem bei den so genannten "weißen Berufen" kräftig Stellen gestrichen worden waren, baut die Klinik seit 2012 wieder Personal auf. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Stellen hier von 417,59 auf 427,55 angehoben worden – ein Grund für die Mehrausgaben im Personalbereich von etwa 7,3 Millionen Euro.

Diesen Weg möchte Judick weiter beschreiten. Der AKH-Vorstand kündigte an, die Zahl der Pflegekräfte weiter zu erhöhen, auch wenn es immer schwieriger werde, die entsprechenden Fachkräfte zu bekommen. "Bundesweit, so Schätzungen, sind 70.000 Stellen in Deutschland nicht besetzt", sagte Judick, der für das AKH in Rumänien fündig geworden ist. Dort gebe es eine hervorragende Ausbildung. Im Oktober sollen acht Fachkräfte an das AKH kommen, die zuerst Sprachkurse absolvieren und eingearbeitet werden sollen.

Weitere 200.000 Euro werde das AKH in die Hand nehmen, um die Krankenschwestern weiter zu entlasten. Sind vor geraumer Zeit schon sechs Stellen geschaffen worden für so genannte Menü-Assistentinnen, die die Patienten jeden Tag nach ihrer Essensauswahl befragen, so plant das AKH, weiteres Personal einzustellen, die den Pflegekräften weitere einfache Tätigkeiten abnehmen können, damit diese sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können. Außerdem sucht die Klinik Arzthelferinnen, die bei den Patienten Blut abnehmen – auch das schaffe Entlastung. Erste Bewerbungen seien bereits eingegangen.

"Ich bin sicher, dass die Aufstockung des Pflegepersonals trotz der Mehrkosten der richtige Weg ist. Die Leistungsentwicklung des AKH ist sehr gut. Das dürfte auch darauf zurückgehen, dass wir in die Pflege investiert haben und die Patienten zufriedener sind", sagte Judick. So habe das AKH in Spitzenzeiten eine Auslastung von 94 Prozent erreicht. Die Fallzahlen haben sich von 29.652 im Jahr 2014 auf 31.013 im vergangenen Jahr erhöht. Noch viel wichtiger für die Klinik: Auch bei den Abrechnungspunkten der einzelnen Fälle für die Krankenkassen hat das AKH zugelegt. Das ist wichtig, damit die medizinischen Leistungen auch entsprechend vergütet werden.

Für das laufende Jahr prognostiziert Judick "ein gering positives Ergebnis" auch unter dem erhöhten Kostendruck im Gesundheitswesen. Dies sei zwingend für das weitere Überleben des AKH. Konkrete Zahlen möchte er noch nicht nennen.