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Celle Ortsteile Abschied in Groß Hehlen: Kinderpflegerin Hannelore Pietsch geht in Rente
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Abschied in Groß Hehlen: Kinderpflegerin Hannelore Pietsch geht in Rente
09:14 20.03.2015
Von Carsten Richter
Kinder sind ihr Leben: Hannelore Pietsch (Mitte) ist als Kinderpflegerin seit 1970 im Dienst der Stadt Celle. Heute ist ihr letzter Arbeitstag – doch so ganz verabschieden wird sich die 64-Jährige noch nicht.  Quelle: Benjamin Westhoff
Groß Hehlen

GROSS HEHLEN. „Es ist schon ein mulmiges Gefühl“, sagt Hannelore Pietsch. Sie hat sich auf die Rutsche der Kindertagesstätte Villa Kunterbunt in Groß Hehlen gesetzt. Immer mehr Kinder versammeln sich um sie herum. Die Cellesche Zeitung ist gekommen. „Wir wollen ein Foto machen“, erklärt Pietsch den Kleinen. Dass sie dabei selbst im Mittelpunkt steht, ist der 64-jährigen Kinderpflegerin gar nicht so recht. 48 Jahre hat sie für und mit Kindern gearbeitet. Am 2. April wird sie 65, am Freitag hat sie ihren letzten Arbeitstag – das Ende eines langen Berufslebens.

Ihr Wunsch in der Erziehung zu arbeiten, zeichnete sich schon früh ab: „Ich habe schon als Kind mit Jüngeren gespielt und gern auf alle aufgepasst“, sagt Pietsch. 1950 wurde sie in Sehnde geboren. Nach der Volksschule absolvierte sie die Ausbildung zur Kinderpflegerin, anschließend folgte ein einjähriges Praktikum bei der Celler Lobetalarbeit. 1970 trat sie in den Dienst der Stadt Celle ein und arbeitete zunächst sieben Jahre in der städtischen Krippe. „Kinder sind unsere Zukunft“, sagt sie. „Ihnen zu helfen gehört für mich dazu.“ Und doch habe sich der Beruf gewandelt. „Wir müssen viel mehr dokumentieren und die Kinder fit für die Schule und das Leben machen.“

1989 hat Pietsch in Groß Hehlen angefangen, vorher arbeitete sie zwölf Jahre in Wietzenbruch. Die Freude an der Arbeit hat sie nie verloren. „Sie ist immer und überall dabei. Und sie weiß, wo was liegt“, bestätigt Kita-Leiterin Carola Kurrath. „Unsere geheime Chefin“, fügt sie hinzu. Da muss auch Hannelore Pietsch lachen.

Zum Abschied aber werde es die eine oder andere Träne geben, ist sich die 64-Jährige sicher. Denn auch die Kinder hätten mitbekommen, dass „ihre“ Hannelore aufhört. „Sie ist bei allen beliebt“, sagt Kurrath.„Kommst du irgendwann wieder?“, sei sie schon gefragt worden. Das wird sie – wenn Not am Mann ist, wird Pietsch einspringen. Kinder, Eltern und Kollegen wird das freuen, ihr selbst wird es den Einstieg in den neuen Lebensabschnitt erleichtern. Pietsch wird sich dann um ihr Haus und den Garten in Gockenholz kümmern. Und sie will verreisen, ihr Traumziel ist Mexiko. „Ich möchte noch viel Land und Leute sehen.“