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Celle Ortsteile Ärger über Raser auf dem Riethkamp
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Ärger über Raser auf dem Riethkamp
14:55 27.02.2012
Von Oliver Gatz
Trotz Tempo 30 dr¸cken viele Autofahrer auf dem Riethkamp in Garflen ordentlich aufs Gaspedal. Die FDP will dies nun im Verkehrsausschuss thematisieren. Quelle: Peter M¸ller
Garßen

An dem Thema Tempo-30-Strecken scheiden sich die Geister. Für viele Autofahrer sind sie ein Ärgernis, für die Anwohner eine Erleichterung. Auf Grundlage des im Februar 2010 vom Rat beschlossenen Lärmaktionsplanes soll auf insgesamt knapp 30 Straßenabschnitten im Stadtgebiet die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei 30 Kilometern pro Stunde liegen. Bei etwa einem Drittel der Strecken hat die Verwaltung dies bereits umgesetzt.

Auch am Riethkamp in Garßen gilt mittlerweile Tempo 30 – allerdings nicht auf Grundlage des Lärmaktionsplanes. Nach Anwohnerprotesten über Raser hatte sich der Ortsrat für die Geschwindigkeitsbegrenzung stark gemacht – mit Erfolg. Allerdings scheinen sich viele Autofahrer nicht an das Tempolimit zu halten. Das hat„ nun die FDP dazu veranlasst, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des städtischen Verkehrsausschusses am 26. April zu setzen.

„Anwohner beschweren sich darüber, dass diese Geschwindigkeitsbegrenzung bei weitem nicht eingehalten wird, und weisen darauf hin, dass die dort vorhandenen Schilder dazu verleiten, diese Straßer als vorfahrtberechtigte Straße mit hoher Geschindigkeit zu nutzen", erläutert FDP-Ratsfraktionsvorsitzender Joachim Falkenhagen in seinem Antrag. „Die Anwohner regen an, diese Vorfahrtschilder zu entfernen, damit eine Rechts-vor-links-Regelung dazu beiträgt, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Außerdem sollte der Straßenbeginn jeweils mit einer Tempo-30-Markierung auf der Fahrbahn versehen sein."

Auch Garßens Ortsbürgermeister Michael Bischoff (CDU) sind Beschwerden einzelner Bürger über die Missachtung der neuen Tempo-30-Regelung im Riethkamp bekannt. „Jede Neuregelung braucht jedoch ihre Zeit, um bei den Bürgern zu verhaften", sagt er. „Wir brauchen hier keinen blinden Aktionismus, sondern ein wenig Zeit und Geduld." Der Ortsrat werde die Situation in den nächsten Monaten sorgsam beobachten und gegebenenfalls der Verwaltung Vorschläge zur Verbesserung der Lage machen.

"Die Haushaltssituation, die hin und wieder auch dem Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Rat Sorgen bereitet, sollte uns daran hindern, vorschnell Kosten durch weitere Bau- oder Rückbaumaßnahmen zu erzeugen, die mit ein wenig Gelassenheit und Geduld unter Umständen vermeidbar sind", fügt Bischoff hinzu und warnt: "Eine Änderung der Vorfahrtsregeln im Riethkamp insbesondere im vorderen, dem Rewe-Markt zugewandten Kurvenbereich könnte eine erhöhte Unfallgefahr mit sich bringen."

Da in der Straße Busse verkehren, hatte es bei der Einrichtung der Tempo-30 Zone einer Abstimmung mit der CeBus bedurft. Eine Rechts-vor-Links-Lösung hätte die Verringerung der Fahrgeschwindigkeit der Busse zur Folge gehabt. Dies hätte sich auf die Takte auswirken und zu Verzögerungen im Fahrplan führen können.

Auf Grundlage des Lärmaktionsplanes sind unter anderem auf der Windmühlenstraße, der Altenceller Schneede, dem Wederweg, der Bernstorffstraße, der Fischerstraße, der Fuhsestraße, der Braunhirschstraße und dem Sankt-Georg-Garten Tempo-30-Strecken eingerichtet worden. Sie machen etwa zwei bis drei Prozent des Straßennetzes im Stadtgebiet aus.