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Celle Ortsteile Ärger über "versteckte Gebührenerhöhung"
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Ärger über "versteckte Gebührenerhöhung"
13:20 01.03.2012
Von Oliver Gatz
Vorwerks Ortsb¸rgermeisterin Iris Fiss (SPD) ¸bergibt eine Liste mit 260 Unterschriften dem Leiter des st‰dtischen Bauhofs, Manfred Gallasch. Quelle: Peter M¸ller
Vorwerk

Gleicher Preis bei halber Leistung: In Celle macht sich Unmut über die neue Straßenreinigungsverordnung breit, unter anderem in Vorwerk. Dort sammelten Anwohner 260 Protest-Unterschriften. Die Liste wurde in der jüngsten Ortsratssitzung der Verwaltung übergeben.

„Das ist für mich eine versteckte Gebührenerhöhung. Dagegen werde ich mich wehren", schimpfte ein Zuhörer. Das Preis-Leistungsverhältnis stimme nicht mehr. „Das ist nicht statthaft." Ein gutes Dutzend Bürger verfolgte am Mittwoch die Diskussion in der Paul-Klee-Schule.

Unzufrieden mit der Neuregelung ist auch Ortsratsmitglied Thomas Zink (SPD): „Die Leistung ist halbiert und die Geschwindigkeit der Maschinen verdoppelt worden", kritisierte er. „Der Dreck wird nur verteilt und bleibt liegen."

Dass auch alle Hinteranlieger für denselben Straßenabschnitt komplett zahlen müssen, stößt bei Ortsratsbürgermeisterin Iris Fiss (SPD) auf Unverständnis. Allerdings liege hier die Verantwortung beim Land, die Stadt Celle könne rechtlich nichts machen, sagte sie.

Fiss übergab die Protestliste dem städtischen Bauhof-Leiter Manfred Gallasch. Er versuchte, anhand von Kostenaufstellungen die Bürger von der Notwendigkeit der Änderungen zu überzeugen. Kern ist dabei eine bedarfsgerechte Reinigung. Das bedeutet: Nach dem Winter und im Herbst wird wöchentlich gereinigt, während die Kehrmaschinen im Sommer seltener zum Einsatz kommen. Dies sei aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen sinnvoller, sagte Gallasch. Dadurch spare die Stadt jährlich 137.000 Euro Betriebskosten ein – mehr sei nicht möglich.

Seit Jahresanfang gilt folgende Regelung: In der Innenstadt wird täglich sauber gemacht (Reinigungsklasse I). Straßen in der Reinigungsklasse II werden nur noch einmal in der Woche angefahren statt wie bisher zweimal. Auch der Service in den Wohngebieten, in der Regel Reinigungsklasse III, wird halbiert. Die Reinigungsfahrzeuge kommen nicht mehr wöchentlich, sondern im 14-täglichen Rhythmus. Einige Straßen werden gar nicht mehr gereinigt. Hier müssen die Bürger selbst zum Besen greifen, zahlen allerdings auch keine Gebühren. In der Politik ist man sich uneinig darüber, ob die Gebühren jetzt zeitnah neu kalkuliert werden sollten.