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Celle Ortsteile Allerinsel: Diskussion um Parkplätze
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Allerinsel: Diskussion um Parkplätze
16:37 03.08.2017
Von Gunther Meinrenken
Quelle: David Borghoff
Celle

Die künftige Parkplatzsituation war das beherrschende Thema bei der Info-Veranstaltung zur Zukunft der Allerinsel, zu der die Stadt eingeladen hatte. Die Wahl des Versammlungsortes war dabei mit Bedacht gewählt worden. In der Theo-Wilkens-Halle, wo mitten auf der Allerinsel das Herz des Celler Schützenwesens schlägt, erläuterten Stadtbaurat Ulrich Kinder und Andreas Bachmann vom beauftragten Planungsbüro Pesch & Partner den bereits vor den Ferien der Politik vorgestellten neuen Entwurf des Rahmensplanes. Und nach diesem wird nicht nur die Theo-Wilkens-Halle an ihrem Standort bleiben, sondern auch der Festplatz in den Osten des Areals rücken – näher an der Innenstadt geht es nicht. Die Schützen sind zufrieden.

Stadtbaurat Kinder hatte eingangs der Veranstaltung noch einmal kurz den Stand der Dinge erläutert. Der Rahmenplan, der auch ein wichtiges Dokument für die Fördermittelgeber sei, sei nicht verbindlich. Die konkreten Ausformungen würden erst mit einem Bebauungsplan erfolgen. Dieser soll Ende des Jahres der Politik vorgelegt werden. Auf die aktuellen Entwicklungen, sprich, dass mit der Helma Wohnungsbau der Investor, der den Turm am Hafen bauen sollte, abgesprungen ist, wollte Kinder an diesem Abend nicht näher eingehen. Dafür betonte er, dass die Stadt die Chance nutzen wolle, die Allerinsel zum Wohnquartier zu entwickeln.

Dass der Rahmenplan aus dem Jahr 2009 überarbeitet werden musste, lag vor allem daran, dass die Firma Conmetall mittlerweile nicht mehr die Allerinsel verlassen möchte. Das Unternehmen braucht den Platz. Außerdem hat sich die Fläche für den Hochwasserschutz vergrößert und die Lärmproblematik, vor allem im Bereich des Barilla-Silos, muss noch einmal aufgearbeitet werden.

Die sich ergebenden Änderungen stellte Bachmann von Pesch & Partner vor. Der Festplatz wandert vom Westen an den östlichen Rand der Allerinsel, in der festfreien Zeit stehen hier 700 kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Die Anzahl der Wohneinheiten verringert sich um etwa 250 auf ungefähr 500. Als Puffer zur Wohnbebauung sollen Bürogebäude Lärmemissionen abhalten. Die unterschiedlichen Nutzungen von Gewerbe, Freizeit und Wohnen sollen mit der Ausweisung als urbanes Gebiet, in dem tagsüber höhere Lärmgrenzwerte gelten, unter einen Hut gebracht werden.

Dann begann die Diskussion und Ruttkowski trug seine Zweifel vor. Er blieb nicht der einzige. "Wo sollen die Reisebusse hin? Was ist mit Parken während des Schützenfestes? Wo können künftig die Wohnmobile stehen?", lauteten weitere Fragen aus dem Publikum. Auch Udo Hörstmann (Unabhängige), in der Vergangenheit erklärter Gegner der Allerinsel-Entwicklung, schlug in dieselbe Kerbe. Er sähe es gern, wenn der Festplatz noch größer würde, und dafür Wohngebäude nach Westen verlagert würden. Dann hätte man auch mehr Parkplätze in Innenstadtnähe.

Stadtbaurat Kinder ließ sich nicht beirren. "Außer an Weihnachten reichen unserer Auffassung nach die 700 Stellplätze aus. Das Parkhaus Union ist zum Beispiel nicht ausgelastet", machte Kinder geltend. Er rief die Geschäftsleute der Innenstadt auf, sich für die Parkproblematik andere Lösungen zu überlegen wie einen Shuttle-Service bei Veranstaltungen oder die Erstattung der Parkgebühren, wenn die Kunden etwas gekauft hätten. Die Attraktivität der Innenstadt, so Kinder sinngemäß, könne sich nicht in kostenlosen Parkplätzen erschöpfen. Und Bachmann brachte es auf den Punkt: "Wollen Sie Parkplätze oder lieber ein Stück Stadt mit Qualität schaffen?"