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Celle Ortsteile Allerinsel: Investor springt ab
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Allerinsel: Investor springt ab
17:07 28.07.2017
Von Gunther Meinrenken
Bauarbeiten am Celler Hafen. 27.07.2017 Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Die Bebauung der Allerinsel könnte dadurch weiter verzögert werden. Schon jetzt entwickelt sich das Projekt nicht so, wie es sich Stadtbaurat Ulrich Kinder vorgestellt hat. Im vergangenen Sommer war Kinder davon ausgegangen, dass "dort im Frühjahr 2017 losgebaut werden könnte". Doch die Bagger, die auf der Allerinsel unterwegs sind, sind für den Hochwasserschutz oder die in den letzten Zügen liegende Erschließung im Einsatz.

Dennoch will Kinder nicht von einem Rückschlag sprechen. Vor ein paar Wochen hätten sich die Verantwortlichen der Helma Wohnungsbau bei ihm gemeldet und mitgeteilt, dass sie das ganze Thema gerne weitergeben möchten. "Jetzt laufen Verhandlungen mit Primus", sagt Kinder. Inhaltlich bleibe es bei der Idee, einen Turm zu bauen. Die Primus Developments ist ohnehin schon auf der Allerinsel aktiv. Nachdem Absprung der WBG hatte das Hamburger Unternehmen zusammen mit der Architektengemeinschaft Jeßnitz/Bothmer vom Celler Rat den Zuschlag für eines der Baugrundstücke auf der Allerinsel erhalten. Primus wollte sich auf Nachfrage der CZ nicht zu den Verhandlungen äußern.

Kinder kann halbwegs entspannt dem Verlauf der Verhandlungen folgen, weil der Bebauungsplan für den nächsten Abschnitt ohnehin noch nicht in trockenen Tüchern ist. Denn derzeit müssen noch die Einwendungen der Firmen Conmetall und Barilla eingearbeitet werden. Darin liegt auch der Hauptgrund für die Verzögerung des Projekts. Ohne Bebauungsplan können die beteiligten Investoren und ihre Architekten keine Bauanträge einreichen.

Die beiden betroffenen Firmen fürchten, durch die Bebauung der Allerinsel eingeschränkt zu werden. So formuliert es zumindest Stefan Schroth, Geschäftsführer des Celler Barilla-Werks. "Es geht um die industrielle Nutzung unseres Silos kontra Wohnbebauung", stellt Schroth fest. Auch wenn die künftigen Mieter der Wohnblocks später zuziehen würden, stünde die gewerbliche Tätigkeit auf der Allerinsel nicht unter Bestandsschutz. Das könnte gravierende Probleme für Barilla nach sich ziehen. Michael Funke, Geschäftsführer der Conmetall Meister GmbH, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er befindet sich in Urlaub.

Kinder ist sicher, diese Bedenken ausräumen zu können. "Wir wollen die Allerinsel als urbanes Gebiet, das geht seit diesem Sommer. Das bedeutet, dass man verschiedene Nutzungen besser unter einen Hut bekommt. Wir sind sicher, dass das passt." Der Bebauungsplan soll noch in diesem Jahr dem Rat zur Verabschiedung vorgelegt werden.