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Celle Ortsteile Allerinsel: Politik überrascht und besorgt
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Allerinsel: Politik überrascht und besorgt
18:04 31.07.2017
Von Gunther Meinrenken
Celle

Während Stadtbaurat Ulrich Kinder behauptet, dass er die Celler Ratsparteien über die neuen Entwicklungen informiert habe, hat sich dies wohl bis zu einigen Fraktionsvorsitzenden nicht herumgesprochen. Jörg Rodenwaldt, Fraktionsvorsitzender der SPD, ist nicht der einzige, der die Neuigkeiten über den Ausstieg der Helma Wohnungsbau am Samstag aus der Celleschen Zeitung erfahren hat. So ein Thema gehöre in den Verwaltungsausschuss, befindet Rodenwaldt, der inhaltlich keine Stellung nehmen möchte. "Unsere Fraktion beschäftigt sich erst nach den Sommerferien mit der weiteren Entwicklung auf der Allerinsel", so Rodenwaldt.

Helma hatte beim städtebaulichen Wettbewerb mit einem Entwurf für den Bau eines Turmes den Zuschlag für eines der drei Baugrundstücke erhalten. Im Augenblick verhandelt das Lehrter Unternehmen mit der Hamburger Primus Development, einem anderen Sieger des Wettbewerbs, ob die nicht auch den Turmbau übernehmen wollen. CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers nutzt diese Gelegenheit, den Turm generell in Frage zu stellen. "Das Vorhaben ist ja umstritten. Wenn der Investor nicht will, könnte man überlegen, ob es an dieser Stelle wirklich ein Turm sein muss oder eine andere Variante möglich ist", so Gevers.

Generelle Besorgnis über den Planungsstand äußern die Celler Grünen. Den "vollmundigen Ankündigungen" aus dem Neuen Rathaus – Kinder hatte im vergangenen Sommer gesagt, dass in diesem Frühjahr schon gebaut werden könne – sei keine Umsetzung gefolgt. "Stattdessen wird jetzt schon die Freigabe von Baustraßen gefeiert“, macht sich Zobel darüber lustig, dass die Stadt Anfang September zur Einweihung einer Planstraße auf der Allerinsel eingeladen habe.

Und Zobels Kritik geht weiter. "Jetzt ist der zweite Investor abgesprungen, die Einwendungen von Barilla und Conmetall liegen auf dem Tisch und ein gültiger Bebauungsplan liegt nicht vor. Waren diese Einwendungen alt eingesessener Firmen nicht absehbar?", fragt sich Grünen-Fraktionsvorsitzender Bernd Zobel vor dem Hintergrund, dass die beiden auf der Allerinsel ansässigen Firmen Bedenken gegen den B-Plan vorgebracht haben.

An dieser Stelle stellt auch Torsten Schoeps (Wählergemeinschaft) "Sand im Getriebe" fest. "Ich weiß nicht, wie gravierend die Einwendungen sind, aber wir haben wegen der veränderten Planungen sowieso schon 250 Wohneinheiten verloren. Irgendwann muss damit mal Schluss sein", sagt Schoeps, der sich generell uninformiert fühlt und hofft, bei der morgigen Info-Veranstaltung (19 Uhr, Theo-Wilkens-Halle) Antworten zu den aktuellen Entwicklungen zu erhalten.

Dabei will das Planungsbüro der Öffentlichkeit in erster Linie den neuen Rahmenplan vorstellen. Von dem sind die Grünen alles andere als begeistert. „Der neue Plan gleicht eher einem Wünsch-dir-was. Besonders die Standorte der Theo-Wilkens-Halle und des Schützenplatzes scheinen für die Planungen unumstößlich zu sein. Der Campingtourismus, ein zunehmend wichtiger wirtschaftlicher Faktor, verschwindet von der Allerinsel“, so die Kritik von Zobel.