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Celle Ortsteile Altenceller lieben ihren Dorfmarkt
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Altenceller lieben ihren Dorfmarkt
17:48 31.05.2015
Von Michael Ende
Zum letzten Mal dabei? Archäologin Cornelia Lohwasser in ihrem kleinen "Wander-Museum". Quelle: Benjamin Westhoff
Altencelle

Der Markt als wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Anziehungspunkt gehört in Altencelle schon seit vielen Jahrhunderten dazu. Das belegen unter anderem die aktuellen Forschungen unter der Leitung der Archäologin Cornelia Lohwasser vom Seminar für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen, die nordwestlich des Friedhofs an der Gertrudenkirche dem "Niemarkt" der um 1292 im Dunkel der Geschichte versunkenen Stadtwüstung "Tsellis" auf der Spur ist: Wenn es damals schon einen "Neumarkt" gegeben hat, muss auch noch ein viel älterer Markt existiert haben. Beim Altenceller Dorfmarkt präsentierte Lohwasser in einem kleinen "Wander-Museum" die Schätze, die sie im Boden entdeckt hat.

Lohwasser habe die ohnehin geschichtsinteressierten Altenceller geradezu mit dem "Archäologie-Virus" infiziert, sagte Klaus-Dieter Scharf, Vorsitzender der Fördergemeinschaft historisches Altencelle. Er zeigte sich traurig darüber, dass die Wissenschaftlerin, die sich binnen kürzester Zeit ins Dorfleben integriert hatte, nun bald nicht mehr hier sein werde: "Bis Ende August wird sie ihr Projekt schriftlich zu Ende bringen - in Bamberg oder Göttingen." "Heute ist mein letzter Tag hier", seufzte Lohwasser. Der Abschied falle ihr schwer - um so mehr, als die "Tsellis"-Forschung längst noch nicht abgeschlossen sei.

Neben Lohwassers "Museum" lockten um die 70 weitere Stände die Besucher mit einem vielfältigen Angebot an heimischen Produkten, zu denen selbst gemachte Marmeladen, Gurken und Säfte ebenso gehörten wie Wildbret-Produkte, Honig, Kräuter und Blumen, Bastelarbeiten, Strick- und Töpferwaren. Besucher konnten unter anderem Besenbindern, Schmieden und Zimmerern über die Schulter schauen. Markt-Organisator Günter Niebuhr freute sich über das rege Interesse: "Die Mischung kommt an."

Altencelles Ortsbürgermeister Hans Werner Schmidtmann, der den Gästen am Stand des Ortsrats "ordentlich einen einschenkte", betonte, dass sich der Markt in den 24 Jahren seines Bestehens zu einer Dorfgemeinschafts-Produktion entwickelt habe: "Unsere Vereine und Verbände sind hier mit am Start und sorgen für die ganz besondere Atmosphäre. Das macht einfach Spaß."

Spaß hatten auch Patrick und Mirja Krüger die mit ihrem Sohn Max in historischem Gewand Kunsthandwerk anboten. "Bisher war meine Frau immer als Bettlerin unterwegs - wir wollen mal sehen, wie der Handel läuft", so Patrick Krüger.

Für die schönste Marktkleidung wurden Bärbel Behrbohm und Hagen Tödter ausgezeichnet. Als schönster Marktstand wurde der des Kulturkreises Fachwerk prämiert, und der Preis für die schönste Besucherkleidung ging an Wilfried Körting und Robert Ziegler.