Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Ortsteile "Amigos" freunden sich mit Cellern an
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile "Amigos" freunden sich mit Cellern an
16:32 18.07.2018
Quelle: Anke Schlicht
Celle-Heese

„Ich hätte mehr Andrang erwartet, es hätte heute doch das Doppelte sein können“, lautet der Kommentar eines Konzertbesuchers am Dienstagabend auf dem Parkplatz vor dem Real-Markt. Er klingt fast ein bisschen enttäuscht, dass nicht mehr Menschen den kurzen Auftritt der Amigos erleben wollten. Angesichts der Superlative, die das Management der Schlagersänger, die nicht nur Freunde, sondern auch Brüder sind, in der Anmoderation verkündet, überrascht die überschaubare Zuschauergruppe in der Tat.

„Freitag ist die neue CD herausgekommen und gerade haben wir die Nachricht erhalten, dass wir in den Trend-Charts auf Platz eins liegen – noch vor den Rolling Stones, die auf Rang zwei sind“, gibt der Moderator bekannt. „110 Karat“ hat demnach hundert Prozent eingeschlagen, und dennoch geht das Duo auf zweiwöchige Promotiontour durch ganz Deutschland, tritt in TV-Shows wie „Immer wieder sonntags“ auf und singt vor Einkaufsmärkten, was nicht nur den Fans Gelegenheit bietet, mit ihren Stars auf Tuchfühlung zu gehen, sondern auch umgekehrt.

Die Amigos sind ganz nah dran an denen, die ihre Lieder hören. „Worüber soll ich schreiben? Über heile Welt, die es gar nicht gibt, oder über Urlaub, den sich in unserem Land kaum noch jemand leisten kann“, sagt Bernd Ulrich im Interview nach dem Auftritt im Hinblick auf sozialkritische Texte, die auch zum Repertoire gehören. Die Brüder Karl-Heinz und Bernd Ulrich haben nichts dagegen, dass ein Fan mit dabei ist. Nicola Koch zittert vor Aufregung, sie hat das volle Programm durchgezogen, mitgesungen beim Konzert, sich sogar zweimal angestellt für ein Autogramm, dann noch einmal für ein Handyfoto mit den Anführern der Trend-Charts. Schnell hat sie beide einzeln noch umarmt und jedem einen Kuss gegeben, und nun steht sie wiederum neben den erfolgreichen Männern. Ob sie die Texte, die die junge Busfahrerin so liebt, selber schreiben, interessiert sie besonders. Früher ja, mittlerweile überlassen sie es weitgehend ihrem Management. „Wir wollen mit unseren Songs aus dem Leben erzählen, Geschichten, mit denen sich die Menschen identifizieren“, erläutert Bernd Ulrich das Konzept.

„Ja, bei vielen Texten bekommt man Gänsehaut“, bestätigt Nicola Koch. Sie muss erst herunterkommen, kann ihre Gefühle nach dem Interview nicht in Worte fassen, anderthalb Stunden vor Konzertbeginn war sie schon vor Ort und trotz Aufregung konnte sie zu diesem Zeitpunkt erklären, was für sie den Reiz ausmacht. „Die Lieder der Amigos sind romantisch, manchmal aber auch nachdenklich, es ist viel drin, was man im Alltag erleben möchte.“ Für sie ist dieser Aspekt bedeutsamer als die Flucht aus dem täglichen Einerlei mithilfe der Musik. Die Authentizität der Brüder gefällt ihr besonders. Eher im Anschluss als während des Konzertes ist sie ablesbar. Die Amigos machen ihrem Namen alle Ehre, verhalten sich, als seien sie Freunde ihres Publikums, kommen jeder Bitte nach, helfen Rollstühle und Rollatoren so zu positionieren, dass alles fürs Fotoshooting passt. Übermäßig freundlich sind sie nicht, sie begegnen ihren Gästen auf eine ganz natürliche, unverstellte Weise.

Diese Art beeindruckt auch den Besucher, der sich größeren Andrang gewünscht hätte. Wie fast alle Zuschauer hat auch er alle Programmpunkte mitgemacht. Überall in seinem Zuhause laufen die Lieder des Duos. „Die geben mir Ruhe“, verabschiedet sich ein vollends zufriedener Amigos-Fan.

Von Anke Schlicht

Dietmar Lutz verweilt lange am Zaun, steht einfach da und schaut. Auf diesen Moment hat er gewartet. In der Mongolei ist ihm die Tuchfühlung nicht gelungen, aber hier in seiner Heimatregion sieht er den wilden Pferden aus Asien mit dem russischen Namen direkt in die Augen. 

18.07.2018

Kaum ein Auto ist unterwegs. Ebenso wenig Menschen. Das Einzige, was ich morgens um halb zehn in Hustedt antreffe, ist Ruhe. Außer Vogelstimmen nichts zu hören. Ich habe am Tennisplatz geparkt – als Einziger. Die Anlage ist verwaist, auch auf dem Spielplatz wenige Meter weiter ist nichts los. Das Schild „Königsallee“ fällt auf – es steht am Beginn der Straße „Unter den Eichen“ und ist ein nicht ganz ernst gemeinter Hinweis auf die vielen Schützenkönige, die hier wohnen. Ansonsten macht Abgeschiedenheit diesen Ort aus. Ich bin in der Jägerei, einem von drei Hustedter Ortsteilen. Quasi ein Ortsteil im Ortsteil. Kaum zu glauben, dass diese ländliche Idylle noch Teil der Stadt Celle ist.

Carsten Richter 17.07.2018

Das ist eine Auswahl an Veranstaltungen, die am Sonntag in Stadt und Landkreis Celle stattfinden.

20.07.2018