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Celle Ortsteile Anblick des Tieres schockt Seniorin
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Anblick des Tieres schockt Seniorin
17:56 23.11.2018
Von Dagny Siebke
Ein Bild "auf der grünen Wiese" aus guten alten Tagen: Gerda Erdmann mit ihrer Schäferhündin "Panja". Auf dem Tierfriedhof ließ die Seniorin bereits zwei weitere Hunde anonym bestatten. Doch der letzte Anblick ihrer treuen Begleiterin hat ihr das Herz gebrochen. Quelle: Oliver Knoblich
Heese

Bereits dreimal musste Gerda Erdmann schweren Herzens von einem Hund Abschied nehmen. Doch von der Beerdigung ihrer Schäferhündin Panja hat sich die Seniorin auch nach fünf Wochen nicht erholt. "Ich leide heute noch seelisch darunter, wie ich im Tierheim behandelt wurde, und bin in ärztlicher Behandlung", sagt sie.

Am 13. Oktober musste Gerda Erdmann ihre treue Begleiterin einschläfern lassen. Zwei Tage später rief sie im Celler Tierheim an, um über die Bestattung zu sprechen. "Dabei sein geht nicht, schließlich ist das doch anonym", habe ihr Tierheimleiterin Astrid Brauner erklärt. Erdmann antwortete: "Das ging bei Herrn Thönies immer und ich möchte das."

Seniorin kritisiert Tierheimleiterin

Zweieinhalb Stunden später schloss Gerda Erdmann einen Vertrag ab und bezahlte einmalig 154,70 Euro für eine anonyme Grabstelle. Als sie sich wie gewohnt nach einem Behältnis erkundigte, habe die Tierheimleiterin gesagt, dass dieses nicht mehr nötig sei. Während des Gesprächs war der Hausmeister schon unterwegs und hatte den Hund vom Tierarzt abgeholt.

So schnell es ging, fuhr Gerda Erdmann zum Tierfriedhof an der Kortenumstraße, um sich von Panja zu verabschieden. "Nun der erste Schock: der ungepflegte Friedhof", erzählt sie. Der zweite Schock folgte, als das Grab ausgehoben wurde und sie ihre Hündin noch einmal sah: "Mein Hund war beim Tierarzt dermaßen herzlos zusammengepresst worden. Es hat mir das Herz gebrochen, mein Tier so zu sehen." Der dritte Schock folgte, als Panja, so wie sie war, ins Grab gelegt wurde. "Wir hatten ja keine Zeit, eine Decke zu holen."

"Auch totes Tier hatte damals seine Würde"

Jetzt sitzt Gerda Erdmann zu Hause und sieht sich Bilder ihrer Schäferhündin aus guten alten Tagen an, damit sie diesen grausamen Anblick aus ihrem Kopf bekommt. "Solch eine Behandlung hat es, als Herr Thönies noch Tierheimleiter war, nicht gegeben. Da hatte auch ein totes Tier noch seine Würde."

Astrid Brauner arbeitet seit 29 Jahren in Vorwerk und leitet das Tierheim seit Juni. Persönlich möchte sie sich nicht zur Bestattung äußern. Brigitte Gowitzke, Schriftführerin des Trägervereins, sagt, es habe noch nie Beschwerden zum Tierfriedhof gegeben: "Frau Erdmann wurde der Termin für die anonyme Bestattung mitgeteilt. Leider war sie viel zu früh auf dem Tierfriedhof. Normalerweise kommt das Tier auf eine Bahre, wird entsprechend vorbereitet und anschließend ,auf der grünen Wiese' bestattet."

Ehrenamtliche pflegen Tierfriedhof

Ein Behältnis sei schon lange nicht mehr möglich, da dieses schnell verrotten müsse, so Gowitzke. Sie betont: "Damit Frau Erdmann ihr Tier beim Ausladen nicht tiefgefroren in einer Plastiktüte sehen muss, sollte sie ja später kommen. Wir wollten ihr den traurigen Anblick ersparen." Der Vorstand des Tierschutzvereins überlegt nun, wie er künftig mit anonymen Bestattungen umgehen will, die immer häufiger gefragt sind.

Viele der 20 Grabstellen auf dem Tierfriedhof sind liebevoll geschmückt. Die anonymen Gräber sehen dagegen ziemlich kahl aus. "An der Stelle, an der das Tier bestattet wurde, dürfen keine Grablaternen, Blumenschmuck, Herzen aus Steinen, hinterlegt werden", erläutert Brigitte Gowitzke. Sei dies doch der Fall, räume der Hausmeister den Schmuck vorm Rasenmähen zur Seite. "Der Pflegezustand des Tierfriedhofs ist nicht schlecht, Bäume und Büsche sind inzwischen deutlich gewachsen und verändern das Bild des Friedhofs", erklärt Gowitzke. Im Mai hätten Ehrenamtliche mit der Hilfe von Pastor Arthur Wecker den Friedhof pflegerisch aufgearbeitet. "In den Sommermonaten wird der Rasen gemäht, in den Herbstmonaten Laub zusammengeharkt."

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