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Celle Ortsteile Angebliche Amokdrohung sorgt für Großeinsatz der Polizei in Klein Hehlen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Angebliche Amokdrohung sorgt für Großeinsatz der Polizei in Klein Hehlen
17:37 16.01.2014
Celle

KLEIN HEHLEN. Als der Busfahrer das hörte, informierte er sofort die Schulleitung. Diese verständigte die Polizei, als sie einen Mann in der Nähe der Schule sah. Die Polizei konnte sich aus ermittlungstaktischen Gründen weder zur Person noch zu dem Sachverhalt äußern.

Nach einem Hinweis aus der Schulleitung leitete die Polizei entsprechende Sofortmaßnahmen nach dem Gefahrenabwehrgesetz ein. Es bestand laut Polizei aber zu keinem Zeitpunkt eine tatsächliche Gefahr für Schüler oder Lehrer der Sprachheilschule, die neben der Grundschule in Klein Hehlen liegt.

„Wir waren in großer Sorge“, sagte ein Vater. Es bestand laut Polizei aber zu keinem Zeitpunkt eine tatsächliche Gefahr für Schüler oder Lehrer. „Wir konnten feststellen, dass der Notfallplan perfekt umgesetzt wurde und ihre Kinder verlässlich geschützt worden sind“, hieß es in einem Schreiben der Schulen an die besorgten Eltern. Von einer Gefährdung sei nach Rücksprache mit der Polizei weiterhin nicht auszugehen. Einige Eltern sollen ihre Kinder am Donnerstag jedoch nicht in die Schule geschickt haben.

Bei der Durchsuchung von zwei Gebäuden in der Heese, die der Polizei als Aufenthaltsorte des Vaters bekannt waren, nahmen die Einsatzkräfte den Mann gegen 11.45 Uhr fest und brachten ihn zur Dienststelle. Bei den weiteren Ermittlungen fanden Polizisten tatsächlich ein Luftgewehr und eine Schreckschusswaffe. Für beide Waffen braucht man keinen Waffenschein.

Die Ermittlungen der Polizei ergaben jedoch keine Anhaltspunkte auf eine geplante Straftat. Der 45 Jahre alte Vater hielt sich am Mittwochmorgen nicht an oder in der Nähe der Schule auf. Der der Polizei gemeldete Sachverhalt bestätigte sich also nicht. Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine tatsächliche Gefahr für Schüler oder Lehrer. Nach einer Gefährderansprache und dem Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er am Mittwochnachmittag wieder auf freien Fuß gesetzt.

Nach dem mysteriösen Verschwinden des acht Jahre alten Schülers ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der Kindesentziehung gegen den 45 Jahre alten Vater. Dies hätten die bisherigen Vernehmungen der beteiligten Personen ergeben. Im Falle einer Verurteilung würde dem Vater eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren drohen.

Gegen zwei Frauen im Alter von 60 und 30 Jahren, bei denen sich der Junge nach Informationen der Celleschen Zeitung unter anderem aufgehalten haben soll, wird wegen Beihilfe zu dieser Tat ermittelt. Neben den strafrechtlichen Folgen könnten auf den Vater des Jungen auch die Kosten des Sucheinsatzes zukommen.

Die Polizei hat den am 6. Januar von seiner 42 Jahre alten Mutter vermissten acht Jahre alten Schüler zwei Tage später wohlbehalten bei Bekannten des getrennt lebenden Vaters aufgespürt. Zuvor hatten zahlreiche Beamte die Kleingartenkolonie Friedrichslust am Kiebitzsee durchkämmt, wo der Junge bei seinem Vater den Jahreswechsel verbracht hatte.

Ob ein Sorgerechtsstreit der getrennt lebenden Eltern Auslöser für das Verschwinden des Jungen war, ist noch unklar. Fest steht: Zwischen dem Vater und der Mutter gab es in der Vergangenheit immer wieder Streitigkeiten wegen des Sorgerechts. Deshalb setzte das Jugendamt einen Familienbetreuer ein. Die Mutter besitzt das alleinige Sorgerecht für den Jungen. Der Vater hat aber ein Umgangsrecht für den Jungen.

Von Christoph Zimmer und Christopher Menge