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Celle Ortsteile Angriff der Kamikatze
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Angriff der Kamikatze
17:31 17.02.2012
Von Christoph Zimmer
kater flecki Quelle: Christoph Zimmer
Scheuen

Einsam schleicht Flecki an diesem Februarnachmittag durch den Schnee, der Blick des 15 Jahre alten Hauskaters verliert sich immer wieder hinter dem gerade errichteten Drahtzaun, der den Garten in zwei Hälften und ihn seit einem knappen Monat von den Nachbargrundstücken und dem nahe gelegenen Wald trennt. Früher, sagt Lieselotte Konzack aus Scheuen, sei Flecki ein leidenschaftlicher Freigänger gewesen. Heute ist er wie in einem großen Käfig eingeschlossen. Aus Angst und auch aus Schutz, denn im letzten halben Jahr sei er immer wieder von einem Nachbarkater angegriffen und verletzt worden. „Hier“, sagt Konzack, „ist er nicht mehr sicher.“

Als Flecki im vergangenen Jahr an der linken Ohrspitze ein bösartiger Tumor erfolgreich wegoperiert wurde, war die gelernte Arzthelferin „froh, diese schwierige Zeit überstanden zu haben“. Flecki hat ein halbes Ohr bei der Operation verloren, aber dass „danach alles noch viel schlimmer“ kommen sollte, ahnte sie damals nicht. Flecki hat im Gesicht viele kleine Narben, an den Augen, der Kehle und der Nase. Achtmal sei Flecki in den letzten sechs Monaten beim Tierarzt gewesen, nachdem er von dem „aggressiven und bissigen Nachbarkater gebissen“ worden sei. „Absprachen, die den Freigang der Kater regeln sollten, wurden nicht eingehalten“, sagt Konzack.

Die hohen Arztkosten seien „das geringste Problem. Viel schlimmer ist, dass wir ihn einsperren müssen, wenn wir ihn vor neuen Angriffen schützen wollen“, sagt Konzack. Sie hat sogar schon überlegt, Flecki einschläfern zu lassen, denn so einen Lebensabend, eingesperrt wie in einem Gefängnis, „hat er einfach nicht verdient“. Aber sie bringt es einfach nicht übers Herz. Konzack hofft, dass sie einen neuen Besitzer für Flecki findet, der dem leidenschaftlichen Freigänger ein Leben schenken kann, dass nicht an einem Drahtzaun endet.

Wer mit seinem Haustier in der CZ vorgestellt werden will, kann sich unter der E-Mail-Adresse c.zimmer@cellesche-zeitung.de melden. Einfach die Kontaktdaten angeben (Name, Adresse, Telefonnummern) und ein paar Zeilen über das Haustier und das besondere Verhältnis zu ihm schreiben. Dabei muss es sich nicht nur um Hund oder Katze handeln, sondern darf auch ruhig etwas exotischer sein.