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Celle Ortsteile "Arbeit ist ein zentrales Behandlungsmittel"
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile "Arbeit ist ein zentrales Behandlungsmittel"
17:27 05.03.2012
Von Christoph Zimmer
Thomas R. in der JVA Quelle: Christoph Zimmer
Celle

"Arbeit, Ausbildung und Weiterbildung stellen zentrale Behandlungsmittel zur Erreichung des Vollzugszieles dar", sagte Schumann. Sie würden den Gefangenen helfen, sich an einen strukturierten Tagesablauf zu gewöhnen, eine positive Arbeitshaltung zu erlernen und ihr Durchhaltevermögen zu trainieren. "Auch hiermit soll das Ziel, die Gefangenen später wieder in die Gesellschaft einzugliedern, verwirklicht werden", sagte Schumann und meinte: Arbeit ist bei der Gefangenenbeschäftigung eines der wichtigsten Mittel zur Resozialisierung.

Aktuell sind 318 Gefangenen in den Betrieben in Celle und Salinenmoor beschäftigt, beispielsweise in Schlosserei und Tischlerei, Polsterei und Schneiderei, Bäckerei und Küche. Thomas R. ist einer von ihnen. Er sitzt wegen mehrfachen Mordes im Gefängnis. Für ihn hat die Arbeit in der Polsterei "einen hohen Stellenwert". Einerseits gibt sie ihm Kontinuität im Leben, andererseits erlernt er "ein altes Handwerk, das heute kaum noch vermittelt wird. Hier kann ich meiner Phantasie freien Lauf lassen und vom Alltag im Knast abschalten." Dass es ein Recht auf Arbeit gibt, findet er wichtig. "Aber es geht nur mit der richtigen Einstellung. Du musst dir klarmachen, dass du es für dich machst und für keinen anderen."

Die Beschäftigungsquote in niedersächsischen Justizvollzugsanstalten liegt im geschlossenen Männervollzug bei 80 Prozent, wie das Niedersächsische Justizministerium mitteilte. Damit nehme Niedersachsen im Ländervergleich einen Spitzenplatz ein. "In unseren Gefängnissen herrscht Vollbeschäftigung. Wer einen Resozialisierungsvollzug will, sollte nicht auf die therapeutische Wirkung der Arbeit verzichten", sagte der Niedersächsische Justizminister Bernd Busemann. Außerdem könne die Organisation von Arbeit und Beschäftigung in den Justizvollzugsanstalten "nicht in das oft wechselhafte Belieben der Gefangenen gestellt werden. Schon das bedingt eine Arbeitspflicht."