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Celle Ortsteile Asbest-Alarm in Celler Bruchhagenschule
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Asbest-Alarm in Celler Bruchhagenschule
11:20 30.05.2014
Von Michael Ende
Sicher ist sicher: Der Zugang zum Pavillonanbau ist gesperrt und mit Klebeband staubdicht versiegelt. Quelle: Alex Sorokin
Westercelle

Dem als krebserregend eingestuften Asbest auf die Spur gekommen sei man bei Bauarbeiten in der Grundschule Bruchhagen, erläutert der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer: „Im Pavillonanbau der Schule befindet sich ein weitgehend ungenutzter Sanitärraum. Daher gab es den Wunsch der Schulleitung, den Raum als zusätzlichen Abstellraum zu nutzen.“ Bei den Rückbauarbeiten sei der Verdacht entstanden, dass vorgefundene Baumaterialien schadstoffbelastet sein könnten: „Wir haben die Arbeiten daraufhin sofort eingestellt und den Zugang zum Pavillonanbau gesperrt. Das Material wurde unverzüglich untersucht. Ergebnis: Es handelt sich um schwach gebundene Asbestbauplatten.“

Daraufhin sei sofort eine Untersuchung der Raumluft durch einen vereidigten Sachverständigen in mehreren Räumen des Pavillons veranlasst worden, so Fischer: „Diese Messung hat ergeben, dass die Raumluft des Sanitärraums offenbar aufgrund der bereits durchgeführten Bauarbeiten deutlich mit Amphibolasbestfasern belastet war. Im Gruppenraum konnten dagegen keine Asbestfasern in der Raumluft festgestellt werden.“

Als Sofortmaßnahme sei der Pavillon durch ein qualifiziertes Fachunternehmen gereinigt worden, so Fischer: „Damit ist sichergestellt, dass die Räume - mit Ausnahme des ehemaligen WC-Raums - wieder gefahrlos betreten werden können. Die in den Räumen gelagerten Lehrmaterialien wurden ebenfalls vor ihrer Wiederverwertung vorsorglich gereinigt.“ Welche weiteren Schritte erforderlich seien, werde noch geprüft.

Die Entdeckung des gefährlichen Baumaterials habe die Verwaltung überrascht, berichtet Fischer: „Unsere hausinternen Akten enthalten keine Hinweise auf die Verwendung von asbesthaltigen Brandschutzplatten beim Bau. Es ist aber nicht unwahrscheinlich, da zu dieser Zeit üblicherweise zum Beispiel auch asbesthaltige Dachplatten wie etwa Eternit verbaut wurden. Auch finden wir bei Abbrüchen von Gebäuden nicht selten asbesthaltige Bauklebstoffe. Man kann so etwas nie ganz ausschließen.“

Die Frage sei immer, ob das Material fest gebunden sei, also nur bei Bauarbeiten frei gesetzt werde, oder ob es auch auf direktem Weg in die Atemluft gelangen könne,sagt Fischer: „Das im Pavillon der GS Bruchhagen gefundene Material ist zwar nur schwach gebunden. Da es sich aber im Innenbereich befindet, ist es theoretisch vor Beschädigungen nicht ausreichend geschützt. Kinderbetreuung ist in diesen Räumen zunächst nicht möglich.“ In der Bruchhagenschule müssten nun alle fürs Erste „notgedrungen eng zusammenrücken“.