Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Ortsteile Aus Spaß an der Bewegung
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Aus Spaß an der Bewegung
18:07 06.10.2017
Die Fahrräder sind aus dem Leben von Christel und Degenhart Krüger nicht wegzudenken. Quelle: Lothar H. Bluhm
Celle

GROSS HEHLEN. Das Ehepaar legt viel Wert auf Bewegung. Denn auch im Alter von 88 und 86 Jahren machen beide noch heute Handstände und Klimmzüge, um fit zu bleiben. 20 Minuten auf dem Heimtrainer stehen zweimal in der Woche auf dem Programm. Immerhin habe das auch was mit Radfahren zu tun, sagt Degenhart Krüger und ist froh darüber, dass sie sich ein eigenes kleines Fitness-Studio in ihrem Haus eingerichtet haben.

Sport hat schon immer hohe Priorität im Hause Krüger, denn beide waren viele Jahre Sportlehrer am Celler Hermann-Billung-Gymnasium. „Alles was es damals im Bereich Schulsport gab, haben wir abgedeckt“, erzählt Degenhart Krüger über ihre Zeit als Sportpädagogen.

Längere Touren durch Deutschland, entlang der Elbe, entlang der Weser oder auf Sylt stehen immer wieder auf dem Plan des fitten Ehepaars. Ebenso das Steinhuder Meer oder das Zwischenahner Meer. „Wir fahren nicht in Urlaub, ohne unsere Fahrräder mitzunehmen“, steht für beide fest. Entsprechend haben sie ihr Auto mit einem Fahrradträger ausgerüstet. Auch wenn Krügers nach Dänemark fahren, sind die Räder dabei. Beide haben aber auch Klappräder mit Dreigangschaltung: Degenharts hatten mal ein Boot, mit dem sie Törns machten und um flexibel an Land zu sein, seien die Klappräder mit an Bord gewesen.

Degenhart Krüger hatte als Sechsjähriger sein erstes Fahrrad. Das war noch in Berlin. 20 Jahre später, nach Ausbildung und Studium, leistete er sich dann in Celle ein gebrauchtes Rad eines Schülers. „Das war 1957.“

Aber schon fünf Jahre vorher unternahm er eine Radtour, die ihn quer durch Deutschland führte. 2500 Kilometer sei er allein gefahren. Auf einem ganz einfachen Fahrrad. Manchmal habe er bei Verwandten geschlafen, manchmal in Jugendherbergen. Von Sylt aus ging es nach Kaiserslautern, Hamburg, Bremen, Osnabrück, Köln mit dem noch stark zerstörten Dom, Bonn mit dem neu errichteten Bundestagsgebäude, Lübeck, Kiel – viele Stationen, an die sich Krüger erinnert: „Seitdem bin ich beim Rad geblieben.“ Zwar leistete sich Krüger während seines Studiums in Wilhelmshaven einen Vespa-Roller, sein Hang zur eigenen Bewegung siegte aber stets vor Bequemlichkeit.

Viele Jahre war für das Ehepaar die Insel Sylt der Mittelpunkt des Lebens. Degenhart Krügers Mutter ist nach dem Krieg mit ihm und seinen beiden Geschwistern von Wien nach Westerland übergesiedelt. Christel Krüger, die in Flensburg geboren wurde, arbeitete als Sportlehrerin in verschiedenen Schulen auf der Insel: „Mein Vater hatte mir immer Räder aus anderen zusammengebaut.“ Radfahren gelernt habe sie auf einem Herrenrad – unterhalb der Stange.

Vor drei Jahren sind Krügers auf Elektroräder umgestiegen. Natürlich seien sie ehrgeizig genug, die Strecken aus eigener Kraft zu bewältigen, aber die Unterstützung durch den Motor hindere sie nicht daran. Und die Klappräder hätten ja ohnehin keinen Motor. „Wir versuchen, möglichst lange beweglich zu bleiben. Dabei ist Radfahren das Schonendste für die Gelenke.“

Von Lothar H. Bluhm