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Celle Ortsteile Baulärm und Gerümpel verärgert Altenceller
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Baulärm und Gerümpel verärgert Altenceller
20:01 13.08.2010
Von Oliver Gatz
Rund 80 Bürger kamen zur Versammlung in die Gaststätte Allerkrug, zu der Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD, stehend) eingeladen hatte. Quelle: Peter Müller
Altencelle

Monika Schmitt wohnt in der Nähe des Gewerbegebietes am Bruchkampweg. Am Donnerstag nutzte die Altencellerin die Gelegenheit, ihrem Unmut Luft zu machen. „Wir schauen auf einen Platz, der voller Gerümpel ist“, sagte sie bei der Einwohnerversammlung im Allerkrug. „Seit zwei Jahren haben wir Baulärm.“ Früher habe sie in einem landschaftlich schönen Gebiet gewohnt. Jetzt blicke sie auf einen hässlichen Betriebsklotz. Das Gewerbegebiet habe zum Wertverlust ihres Grundstückes geführt. Schmitt regte an, einen bepflanzten Sichtschutz zum Wohngebiet hin zu schaffen.

Andere Bürger sahen es ähnlich. Der Bruchkampweg sei „sehr ungepflegt“, hieß es. Es wurde zudem die Befürchtung geäußert, dass die Stadt das Gewerbegebiet ausdehnen wolle und sich bereits um Grundstücksaufkäufe bemühe. Eine Altencellerin machte den Vorschlag, Gewerbe dichter an der Bundesstraße 214 anzusiedeln.

Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD), der mit der gesamten Verwaltungsspitze nach Altencelle kam, zeigte Verständnis für die Klagen der Anwohner. „Es müssen Übergänge geschaffen werden, die für die Anwohner verträglich sind“, sagte er mit Blick auf Anpflanzungen am Bruchkampweg. Nachträglich könne man dies von den Unternehmen nicht einfordern. Darüber ließe sich aber verhandeln.

Erste Stadträtin Susanne Schmitt (CDU) teilte mit, dass mittlerweile alle Grundstücke am Bruchkampweg verkauft sind. Unter anderem werden sich in dem Gewerbegebiet ein Windkraft-Unternehmen und ein technischer Großhandel ansiedeln. Eine Firma für Bestattungsbedarf will sich vergrößern. Der Standort mit der Anbindung an die B214 und an die künftige Ostumgehung sowie die Ausrichtung nach Hannover sei für viele Unternehmen interessant. Es gebe Anfragen aus dem Kfz-Bereich und dem Einzelhandel. Es stünden aber keine Flächen mehr zur Verfügung, sagte Schmitt.

Stadtbaurat Matthias Hardinghaus machte deutlich, dass eine Erweiterung Richtung Süden aus Naturschutzgründen nicht mehr möglich sei. „All das führt dazu, dass es wirklich sehr eng wird.“ Um eine planerische Grundlage für die Ausweisung von Gewerbeflächen zu haben, werde die Verwaltung ein entsprechendes Stadtentwicklungskonzept erarbeiten.

„Wir werden auch künftig Gewerbeflächen ausweisen müssen“, argumentierte Mende. „Wir müssen unserer jungen Bevölkerung Arbeitsplätze anbieten. Ich will, dass sich die Stadt nach vorn entwickelt.“ Dinge nur zu verhindern, sei nicht der richtige Ansatz.