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Celle Ortsteile Beete in Celle für mehrere Generationen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Beete in Celle für mehrere Generationen
21:09 13.06.2016
Edip Ulucan von der Stiftung Linerhaus und Malte haben mitgeholfen, das Hochbeet für Senioren zu bauen. Petra Hutabarat (Mitte) und Ilse Reimers vom Paritätischen Wohlfahrtsverband freuen sich darauf, die Kräuter einzupflanzen. Quelle: Benjamin Westhoff
Heese

Jeden Tag läuft Ilse Reimers die Hattendorffstraße entlang, im Capito trifft sich die Seniorin oft zum Kartenspiel. Auf einer Fläche von insgesamt 400 Quadratmetern ist innerhalb von zwei Jahren ein Gemeinschaftsgarten entstanden: für Förderschüler, Senioren und Zugezogene. Regelmäßig geht Reimers zum Paritätischen Wohlfahrtsverband, um sich bei der Stuhlgymnastik fit zu halten. Zum "Paritätischen" gehört auch eine Demenzgruppe, für die ein Hochbeet gebaut wurde. Malte und seine Eltern haben mitgeholfen, an zwei Tagen die Bretter zusammenzuzimmern, den Kasten mit einer Folie abzudichten und ihn mit Kompost zu füllen. Der Elfjährige besucht wie acht weitere Kinder die Tagesgruppe der Stiftung Linerhaus.

Siegfried Janz reibt die Finger an der Zitronenverbene, am Rosmarin und an der Marrokanischen Minze und lässt die Gäste schnuppern. Zur gestrigen Eröffnung des "Gartens der Begegnung" hat der 76-Jährige nicht mit dem Andrang von rund 150 Leuten gerechnet – gerade bei dem schlechten Wetter. Die schmalen Wege zwischen Stauden-, Gemüse- und Beerenbeeten sind genau auf Rollstuhlfahrer abgestimmt. Doch zur Premiere sind sie nicht auf die vielen Gäste vorbereitet. "Ende des Monats wird alles fertig sein. Dann stehen auch Laube und Carport", erzählt Janz, der sich als Anwohner von Anfang an ehrenamtlich für den Garten engagiert.

Vorzeigbar sind schon das Gemüsebeet und die Kräuterschnecke der Pestalozzischule. Acht Schüler aus der Garten-AG haben die Spirale mit Steinen und Erde befüllt und mit Basilikum und Co. bepflanzt. "Die Kinder sollen den Kreislauf der Natur kennenlernen und verstehen, woher eigentlich Paprika und Tomaten kommen", erklärt Schulsozialarbeiterin Bettina Mues. Vor den Sommerferien ist alles fertig geworden – auch die Kabelrollen aus dem Sperrmüll, die sich als bunte Tische eignen. In etwa acht Wochen können die nächsten Schüler dann ernten.

„Es geht nur gemeinsam“, betont Initiatorin Monika Rietze vom Stadtteilmanagerin Neustadt-Heese. Neben den sozialen Institutionen beteiligen sich Wirtschaftsunternehmen und einige Nachbarn gießen die Pflanzen während der Ferienzeit. Am Nachmittag stößt eine Anwohnerin aus der Südheese hinzu und lädt sechs Kisten ab. "Das sind wieder jede Menge Kräuter, aber auch eine Pfingstrose ist dabei", freut sich der ehrenamtliche Helfer Janz. "Ich bin täglich in meinem Garten und fühle mich total mit dem Kiez verbunden", sagt die Spenderin.

Gefördert wird der „Garten der Begegnung“ mit 10.000 Euro vom Sozialministerium in Hannover. Schirmherr ist Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD). Das Grundstück gehört dem Celler Bau- und Sparverein (CBS). Wer das Projekt durch persönliche Hilfe, Geld- oder Sachspenden unterstützen möchte, kann dies gerne noch tun. Ansprechpartnerin ist Monika Rietze vom Stadtteilbüro "Mittendrin" unter Telefon (05141) 4826191 oder per E-Mail an monika.rietze@celle.de.

Von Dagny Rößler