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Celle Ortsteile Brandopfer aus Celle: Familie Klapproth trotz Ungewissheit optimistisch
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Brandopfer aus Celle: Familie Klapproth trotz Ungewissheit optimistisch
17:31 11.01.2014
Von Christopher Menge
Provisorische Einrichtung. Ihre Hausaufgaben machen Leonie und Finn Ole Klapproth an der Bierzeltgarnitur, die sie von Nachbarn geliehen bekommen haben. Mutter Angela hilft dabei.  Quelle: Christopher Menge
Garßen

Auf der einen Seite die Ungewissheit, wie es weitergeht. Auf der anderen Seite großer Optimismus, dass der Neustart gelingt. „Wir sind noch nie so optimistisch in ein neues Jahr gestartet“, sagt Angela Klapproth, die aber gleichzeitig von Nerven zerrenden Wochen berichtet, „dieses Warten müssen, wie es weitergeht, ist schlimm.“ Das Haus der Klapproths zwischen Altenhagen und Garßen war am 24. November abgebrannt. „Das war absurd“, erzählt Klapproth, „wir mussten zusehen, wie unser Haus abbrennt.“ Das ganze Ausmaß der Katastrophe wurde bei der Besichtigung am nächsten Tag deutlich: „Da, wo unser Sofa stand, war nur noch ein Haufen Asche“, sagt Klapproth - die vierköpfige Familie hat alles verloren.

„Doch wir hatten Glück im Unglück“, so Klapproth, „uns wurde soviel Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit entgegen gebracht – dafür sind wir unendlich dankbar.“ Kirche, Vereine, Schulen, Freunde und Bekannte meldeten sich bei der Familie und boten ihre Hilfe an. Nachdem die Familie bei Klapproths Schwester in Westercelle und anschließend in einer Ferienwohnung untergekommen war, wurde ihnen schon Anfang Dezember eine Vier-Zimmer-Wohnung im Ortskern von Garßen angeboten.

Die Familie war gerade in ihrem neuen Heim angekommen, da klingelte es an der Tür. Nach und nach brachten hilfsbereite Celler Möbel und Hausrat vorbei. Gleich nach dem Brand hatten sich die Klapproths bereits im Kaufladen einkleiden dürfen. „Wir sind noch nie mit drei Tüten irgendwo eingezogen“, sagt Klapproth, „aber inzwischen haben wir alles, was wir brauchen.“ – und im Leben der Klapproths ist wieder etwas Normalität eingekehrt.

Auch, wenn sie noch nicht wissen, ob ihr Haus jemals neu aufgebaut werden kann und es komplett abgerissen werden muss. „Ein Gutachter war einen Tag vor Heiligabend da“, erzählt Heiko Klapproth, „eine Prognose ist leider nicht möglich. Wir müssen warten, bis die Sachen abgetragen sind.“ Auch mit der Versicherung ist noch nichts geklärt. Fest steht, dass von den Sachen nichts gerettet werden kann. „90 Prozent wurde vom Feuer zerstört und der Rest durch Rauchgase und Löschwasser“, sagt Klapproth.

Der Neustart soll trotzdem auf dem Grundstück zwischen Altenhagen und Garßen angegangen werden. Doch bis aus der Brandruine eine neue, alte Heimat wird, werden Heiko, Angela, Leonie und Finn Ole Klapproth noch viel Geduld haben müssen.