Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Ortsteile Britenhäuser in Celle mit Asbest belastet
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Britenhäuser in Celle mit Asbest belastet
16:33 16.10.2018
Von Gunther Meinrenken
Teile der ehemaligen Britenhäuser in Klein Hehlen sind mit Asbest belastet. Das haben Stichproben ergeben.  Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Die Belastung mit dem krebserregenden Stoff hatte letztlich dazu geführt, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft (WBG) nach zwei Jahren die Kaufverhandlungen vor zwei Wochen abgebrochen hat. Der WBG war der Deal zu heiß. Die Sanierungskosten wären zu hoch und letztlich nicht hundertprozentig zu kalkulieren gewesen. Und die BImA war offensichtlich nicht gewillt, so stark mit dem Preis runterzugehen, um der WBG den Kauf schmackhaft zu machen.

Nun will die BImA versuchen, die 139 Wohneinheiten, bei denen es sich in der Mehrzahl um Doppelhaushälften und Reihenhäuser handelt, auf dem privaten Immobilienmarkt an den Mann zu bringen. Denn nach Meinung von BImA-Sprecher Thorsten Grützner, "besteht ein unmittelbarer Handlungsbedarf – oder gar ein genereller Sanierungsbedarf – nach dem Gutachten, das der BImA vorliegt, nicht". Bereits vergangene Woche hatte die Bonner Behörde verkündet, die Häuser separat oder in kleinen Paketen verkaufen zu wollen. Erste Angebote sollen noch in diesem Frühjahr platziert werden. Mit einem Hinweis auf die Schadstoffbelastung und einem möglichen Kaufpreisabschlag.

Ob das reicht, um die Häuser loszuwerden, bezweifeln Celler Immobilienexperten. Alfred Schultz von der Immobilien-Agentur Plan-Bau-Celle: "Wenn uns jemand fragen würde, ob wir helfen würden, ein mit Asbest belastetes Haus zu verkaufen, würden wir ablehnen. Ich persönlich würde so eine Immobilie auch nicht kaufen." Immobilienmakler Norbert Frohms sieht das genauso. "Ein Verkauf kann nur über den Preis gelingen. Doch abgesehen davon dürften die neuen Eigentümer immer ein ungutes Wohngefühl haben." Erschwerend kommt hinzu, dass die Objekte seit ein paar Jahren leerstehen. Das hat die Substanz der Häuser zusätzlich verschlechtert.

Klein Hehlens Ortsbürgermeister Klaus Didschies blickt mit Sorge auf die "Geisterstadt". Ihn treiben zwei Befürchtungen um: "Entweder werden Investoren kommen und ganze Straßenzüge kaufen, in denen sie dann ein ganz spezielles Mieterklientel unterbringen werden. Oder die Geisterstadt wird zu einem Dauerzustand, weil niemand die Häuser kaufen möchte." Anfreunden kann sich Didschies mit beiden Alternativen nicht.