Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Ortsteile Britenhäuser kommen günstig auf den Markt
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Britenhäuser kommen günstig auf den Markt
18:29 15.08.2018
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Die Schadstoffbelastung war bei Stichproben zutage getreten und war der Hauptgrund, warum die städtische Wohnungsbaugesellschaft (WBG) Anfang des Jahres die Kaufverhandlungen mit der Bima für ein großes Immobilienpaket nach zwei Jahren ohne Ergebnis abgebrochen hatte. Der WBG war der Deal zu heiß. Nun versucht es die Bima auf dem freien Markt. Zwischen Mitte Mai und Anfang Juli sind die ersten 52 von etwa 140 Objekten in der Schubertstraße, Zugbrückenstraße, Mozartstraße, Bachstraße und Händelstraße angeboten worden. Aus der Asbestbelastung macht die Bima keinen Hehl, geht in den Exposés direkt darauf ein.

"Aufgrund des Baujahres der Häuser kann die Verwendung von Baustoffen, die seinerzeit baujahrestypisch waren, heute jedoch als schadstoffbelastet angesehen werden, nicht ausgeschlossen werden. Dieses gilt zum Beispiel für die Verwendung von teer- und bitumenhaltigem beziehungsweise asbesthaltigem Kleber unter anderem bei der Verlegung von Fußbodenbelägen oder bei der Nutzung als Fliesen- und Fugenkleber", heißt es in den Angebotsunterlagen. In der Zeit von 1960 bis 1995 sei es darüber hinaus üblich gewesen, asbesthaltige Materialien in Fußbodenbelägen, Putz und Spachtelmassen im Wand- und Deckenbereich oder in anderen Bereichen der Gebäude zu verwenden.

Die Asbestbelastung werde von den Kaufinteressenten bei Besichtigungsterminen angesprochen. Einen Preisabschlag macht die Bima allerdings nicht. Grützner: "Im Hinblick darauf, dass die bundesweit – und unabhängig vom Eigentümer – relevante Problematik 'Asbest im Putz' von jedem potenziellen Käufer einer Wohnung unterschiedlich bewertet wird, hat die Bima keine konkreten Abschläge vom Schätzwert vorgenommen." Die Interessenten sollen mögliche oder tatsächliche Schadstoffbelastungen bei der Höhe des Kaufpreisangebotes berücksichtigen.

Für den Umgang mit Asbest verweist die Bima auf die Internetseiten des Umweltbundesamts. Und dort stellen die Experten fest: "Asbest im privaten Umfeld wird immer dann gefährlich, wenn Fasern freigesetzt werden und eingeatmet werden können. Dies kann bei verbauten Produkten dadurch passieren, dass sie abnutzen, im Zuge von Renovierungen entfernt werden oder besonderen Beanspruchungen ausgesetzt werden. Zu einer besonders hohen Freisetzung von Fasern kann es dann kommen, wenn asbesthaltige Bauteile bearbeitet (zum Beispiel angebohrt oder angesägt), nicht sachgerecht ausgebaut oder entsorgt werden."