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Celle Ortsteile Bürger begrüßen "Einmischung"
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Bürger begrüßen "Einmischung"
15:55 17.02.2012
Von Michael Ende
Groß Hehlen

GROSS HEHLEN. Dass Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) in der Kritik steht, weil er sich persönlich mit der umstrittenen Planung der Ortsumgehung in seinem Heimatort Groß Hehlen beschäftigt hat, kann Günter Marquardt nicht nachvollziehen. Der Sprecher der "Bürgergemeinschaft Groß Hehlen", die sich gegen die neu ins Spiel gebrachte und bis auf rund 150 Meter an die Wohnbebauung herangerückte "Achse 20" zur Wehr setzt, kann an Bodes Engagement nichts Verwerfliches finden - im Gegenteil.

"Hier hat ein Verkehrsminister eine in seinen Amtsbereich und eine in seine Verantwortung fallende Regelung betreffend die Linienführung der Ortsumgehung Groß Hehlen getroffen", so Marquardt. Dabei sei der Minister als Anwohner des Groß Hehlener Buchholzbergs "genauso durch eine bürgerfeindliche Trasse berührt wie die viel näher wohnenden Anwohner in Alt Groß Hehlen und im Fuchswinkel, wo die Achse 20 in einer das Gemeinwohl beeinträchtigenden Nähe von 150 bis 250 Metern verlaufen soll, obwohl westlich davon alternativ viele schon plan-gezeichnete Trassen ohne Belästigung von Menschen gebaut werden können." Marquardt ermutigt Bode zum Handeln: "Es wäre auch keine im Sinne von Amtsmissbrauch liegende Einmischung des Ministers, wenn er einsehen würde, dass er in seinem Amtsbereich eine dem Gemeinwohl widersprechende Maßnahme getroffen hat und er in diesem Sinne seine positiven Statements gegenüber den betroffenen Anwohnern abgegeben hätte oder wenn er gar die ungeeignete Problem-Linienführung aus der Trassen-Suche ganz herausnehmen würde."

Wenn die Oppositionsparteien im Landtag Bode etwas vorwerfen wollten, so Marquardt. "dann könnten sie ihm allenfalls vorhalten, dass er es als zuständiger Minister durch Nichteinmischung zugelassen hat, eine bürgerfeindliche Trasse ohne Not zu kreieren." Nachdem er wegen seines persönlichen Engagements in die Kritik geraten war, hatte Bode erklärt: "Ich habe keinen Einfluss genommen, nehme keine Einfluss und werde keinen Einfluss nehmen.“ Für Marquardt ist Bodes "Nichteinmischung bei der möglichen Verhinderung einer bürgerfeindlichen Trasse eher eine Fehlleistung des zuständigen Ministers, der die Amtsführung der Straßenbauverwaltung des Landes nicht im Griff hat." Wenn sich Bode nun "öffentlich positiv" zum Anliegen der betroffenen Anwohner, vornehmlich im Fuchswinkel und Alt Groß Hehlen, geäußert habe, sei das kein „Amtsmissbrauch“ oder eine „Vermischung von Privatinteressen mit dem Amt“, so Marquardt, "sondern eine erfreuliche erste Einsicht in eine frühere Fehlleistung."

Der Celler Unabhängigen-Ratsherr Hartmut Cewe wohnt wie Bode am Buchholzberg. Auch für ihn stehe "das Wohl der Bürger an erster Stelle, so Cewe: "Deshalb haben wir bereits im letzten Jahr einen Antrag eingebracht, der vorsieht, dass in allen Bereichen an denen Bürger von der Umgehung betroffen sein könnten, sogenannter Flüsterasphalt aufgebracht wird." Den besorgten Bürgern reicht das nicht. Sie verlangen, dass die Planungen der Achse 20" umgehend in den Papierkorb wandern. Marquardt fordert in einem Brief an Bode ganz klar dessen Intervention: "Wir bitten Sie deshalb, als zuständigen Minister das Landesstraßenbauamt anzuweisen, ein von vornherein absehbares Problemvorhaben bei der Ortsumgehung Groß Hehlen, das nur Bürgerunwillen heraufbeschwört, schon im Anfangsstadium zu verhindern."