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Celle Ortsteile Bußgang nach Bergen-Belsen: „An die Geknechteten erinnern“
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Bußgang nach Bergen-Belsen: „An die Geknechteten erinnern“
17:29 25.03.2018
Von Simon Ziegler
70 Kilometer in drei Tagen: Gestern Morgen begann der Erinnerungsmarsch am Ortsrand von Wietze. Quelle: Oliver Knoblich
Wietze

Beginn des Fußmarsches war am Freitagmittag in Hannover-Mühlenberg. Die Teilnehmer gingen innerhalb von drei Tagen über Isernhagen, Burgwedel, Wietze und Südwinsen bis nach Hörsten. Unterwegs wurden Erinnerungen von Häftlingen vorgelesen. Es wurde gebetet. In Winsen legte die Gruppe an der Scheinhardt-Gedenktafel neben dem Rathaus einen Zwischenstopp ein, ehe die Teilnehmer die letzten Kilometer Richtung Bergen-Belsen in Angriff nahmen. Wilhelm Scheinhardt hatte im April 1945 neun französischen Häftlingen das Leben gerettet. "Er war einer der wenigen Gerechten in dieser Zeit", sagte Wolfgang Schwenzer, der seit vielen Jahren den Marsch organisiert.

Der Bußgang sei inzwischen im Rahmen der Erinnerungskultur etabliert, so der 69-Jährige aus Hannover. Er freute sich, dass auch "eine Handvoll neue Teilnehmer dabei sind". Sein Anliegen ist es, über die äußere Bewegung eine innere Bewegung in Gang zu setzen, um dann über die Todesmärsche nachzudenken. Ins Leben gerufen hatte den Marsch einst Pfarrer Albrecht Przyrembel. Vorausgegangen war ein Prozess gegen SS-Leute am Landgericht Hannover, die Häftlinge durch die Heide getrieben und viele ermordet haben sollen. Die Todesmärsche waren damals nicht gesühnt worden, sodass der Pfarrer mit den Bußgängen ein Zeichen setzen wollte. An diesem Wochenende fand der Erinnerungs-Marsch zum 37. Mal statt.

Die weiteste Fahrt hatte das Ehepaar Meiners, das aus Schleswig an der Schlei anreiste, um "an die Gequälten und Geknechteten zu erinnern", wie Timm Meiners sagte. In einer kirchlichen Zeitung hatte Barbara Abel aus dem Kreis Schaumburg von dem Erinnerungsmarsch gelesen. Mit ihrem Mann lief sie nun die 70 Kilometer von Hannover nach Bergen-Belsen. Für Barbara Abel war es eine Pilgertour: "Ich habe viele angenehme Gespräche geführt. Schön, dass man den Marsch durchgestanden hat". Auch aus dem Kreis Celle, etwa aus Bergen und Hermannsburg, waren mehrere Teilnehmer dabei.

Für alle ging es spartanisch zu, geschlafen wurde auf Isomatten in kirchlichen Häusern. Manche nahmen wie die Häftlinge vor 73 Jahren nur Wasser und Brot zu sich.

Es gibt Wörter, die sich beißen, wie Farben sich beißen. Lärm und Poesie ist so ein Pärchen. Wie beide übereinkommen – oder auch nicht – ist beim ersten Poetryslam im Hagensaal am Freitag zu erleben, „Hacheless – Poesie für Nienhagen“ lautet der Titel des Events, in dessen Verlauf Moderatorin Jessy James LaFleur ihre 100 Gäste immer wieder auffordert, Lärm zu machen für die sieben Stars des Abends, die sich allesamt der Dichtkunst verschrieben haben. Nie spricht sie von Applaus, der den Saal in Form von Füßetrampeln, Klatschen, Aufstehen oder Johlen durchdringt.

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