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Celle Ortsteile CDU fordert Tempo 30 vor allen Celler Schulen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile CDU fordert Tempo 30 vor allen Celler Schulen
14:49 09.11.2010
Von Michael Ende
GS Garßen braucht wie andere Schulen auch Tempo-30-Zone meint Ortsbürgermeister Michael Bischhoff Quelle: Peter Müller
Garßen

CELLE. „Hoffentlich kommen alle Kinder hier heile an“ – das denkt Gerti Otto, Rektorin der Grundschule Garßen, jeden Morgen. Der Straßenverkehr bedroht ihre Schüler, die nicht wie andere Celler Kinder durch eine Tempo-30-Zone um ihre Schule geschützt werden. Die Grundschule liegt wie auch die Erich-Kästner-Schule an einer stark genutzten Kreisstraße, der Alvernschen Straße, die in unmittelbarer Nähe auf die B191 trifft. Otto: „Die B191 durchschneidet den Schulweg von mehr als 50 Prozent unserer Schüler. Häufige Blaulichteinsätze machen sie, unabhängig vom ohnehin unübersichtlichen Verkehrsaufkommen und der umständlichen Querungsmöglichkeit für Radfahrer, zu einem zusätzlichen Risiko. Vor zwei Jahren wurde ein Schüler beim Überqueren bei Grün mit seinem Rad von einem Autofahrer zu Fall gebracht. Gottseidank wurde er dabei nicht verletzt.“

Garßen Ortsbürgermeister und Stadtratsmitglied Michael Bischoff (CDU) hat sich des Problems angenommen: „Die Schulwegsicherheit ist hier im Vergleich zu anderen Schulstandorten im Stadtgebiet deutlich schlechter, da weder eine Tempo-30-Zone noch eine Lichtsignalanlage für Fußgänger und Schulkinder vorhanden ist. Die beschriebene Situation ist immer wieder Anlass zu großer und auch nachvollziehbarer Sorge der Schulelternschaft.“

Sicherheitsstandards für Schulwege sollten daher im Stadtgebiet nach Möglichkeit weitestgehend vereinheitlicht werden, fordern Bischoff und seine Fraktion jetzt in einem aktuellen Antrag. Nachholbedarf in Sachen Tempo-30-Zonen bestehe bei fünf der insgesamt 15 Celler Grund- und Hauptschulen, so Bischoff: „Dies sind neben der GS Garßen die GS Hehlentor, GHS Altstadt, GHS Neustadt und die GHS Blumlage.“

„Grundsätzlich sollte in schulnahen Bereichen eine Geschwindigkeitsbegrenzung angeordnet werden“, sagt Karl-Heinz Kroll, Verkehrssicherheitsexperte der Celler Polizei. Einer ADAC-Studie zufolge fahren 64 Prozent aller Autofaheer in schulnahen Bereichen zu schnell, so Ehlers: „Die meisten Schulwegunfälle als Fußgänger, nämlich 50 Prozent, ereignen sich in der Nähe von Grundschulen beim Überqueren der Fahrbahn.“ Für den Fall Garßen heiße das: „Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer wäre aus Sicht der Polizei zu begrüßen.“

„Sinnvollen Änderungen sind wir natürlich nicht abgeneigt“, sagt der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer. Allerdings dürfte eine Umsetzung des CDU-Antrags aufwändig und kostenintensiv sein.

Michael Bischoff hat einen Vorschlag, mit dem man die Situation in Garßen wenigstens ein bisschen entschärfen könnte – und das ohne viel Aufwand: „Schon eine veränderte Signallackierung der gelb-schwarzen Masten am Garßener Zebrastreifen könnte die Sicherheit für Schulkinder in der Alvernschen Straße verbessern. Nach neueren Erkenntnissen wird ein blau-weißer Signalanstrich von Autofahrern besser wahrgenommen.“