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Celle Ortsteile CZ-Leser bei Foto-Shooting im Druckzentrum Klein Hehlen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile CZ-Leser bei Foto-Shooting im Druckzentrum Klein Hehlen
15:33 24.03.2017
Celle

KLEIN HEHLEN. Das Druckzentrum der Celleschen Zeitung wurde für sieben Sieger der CZ-Fotowettbewerbe „Blende“ 2015 und 2016 zur aufregenden „Location“ eines Foto-Workshops mit Profifotograf Marcus Jacobs aus Winsen. Die Arbeit mit zwei Models gehört zum Gewinnpaket.

So ein bisschen aufregend ist es an dem Samstagmittag schon – für die „Gäste“ und die wenigen Betriebsangestellten, die an diesem Tag in der Druckerei arbeiten, gleichermaßen. Die Druckerei der Celleschen Zeitung ist ja nicht jeden Tag „Location“ für ein Model-Foto-Shooting. Statt lärmender Rotationsmaschinen und ratternder Laufbänder ist heute in den stillstehenden Werkshallen nur das Klicken der Kameras zu hören – hin und wieder begleitet von direkten und indirekten Blitzlichtern.

Der Workshop mit Marcus Jacobs ist Teil des Hauptpreises für die Fotowettbewerbe „Blende“ der CZ 2015 und 2016. Sieben Sieger, darunter zwei Frauen, haben das Angebot angenommen und nutzen die Gelegenheit, sich auf unbekanntes Terrain vorzuwagen – und das gleich in mehrfacher Hinsicht: „Ich habe bisher vor allem Natur, Städte und Landschaften fotografiert – oder meinen Hund. Fotografieren ist seit rund zehn Jahren mein Hobby. Mit den klassischen Urlaubsfotos hat es angefangen“, erzählt Blende-Gewinner Sieghard Schneider-Lombard. „Dieser Workshop ist eine tolle Möglichkeit, etwas Neues zu lernen. Normalerweise suche ich die beste Perspektive zu meinem Objekt. Jetzt muss ich das Objekt, also das Model, so dirigieren, dass das optimale Foto gelingt.“

Die Models hat Fotograf Marcus Jacobs für den Workshop mitgebracht: Marlen Engelke hatte 2013 bei der Wahl zur Miss Celle mitgemacht, für Beate Berner und ihren Mann hat Marcus Jacobs die Hochzeitsfotos gemacht. Die beiden sehr attraktiven jungen Frauen sind zwar keine professionellen Models, wissen sich aber vor der Kamera zu bewegen und auf Wunsch die entsprechende Pose einzunehmen. Und darauf kommt es an.

Während der Workshop-Leiter noch ein paar einleitende Worte spricht und anschließend die Teilnehmer auf einem Rundgang durch die „Location“ führt – nicht, ohne hier und da mit seinem Profiblick auf eine passende Stelle für eine Aufnahme hinzuweisen und zu erklären, warum – legt die Visagistin letzte Hand an.

Carmen Constabel-Heinrich vom „BeautyRoom Wietze“ hat ehrenamtlich schon in vergangenen Miss-Celle-Shootings der CZ das Schminken der Beautys übernommen. Auch diesmal stellt sie ihr Können in den Dienst der Sache und gibt Makeup und Frisur der Models im Aufenthaltsraum den letzten Schliff. Dann geht es raus und vor die Kamera. Jacobs hat schon vorgearbeitet, mehrere automatische Blitzanlagen aufgestellt und eine Art „Runway“ geschaffen. Statt rotem Teppich ist eine breite, mit dem CZ-Schriftzug bedruckte Papierbahn ausgelegt. Die passt besser zum Ambiente. Und dann machen sich Fotokünstler an die Arbeit.

Begriffe wie Blende und Verschlusszeit, Brennweite, „saubere Schärfe“ und Kameraobjektiv-Größen schwirren durch die Halle, der Aufsatz für das Auslösen der Blitzanlagen wechselt von einer Kamera zur nächsten.

Von relativ einfach bis zu professionell mit Spezialobjektiv ist alles vertreten. Stephan Höppner ist gut ausgerüstet, macht aber auch klar: „Das tolle Equipment macht noch keine tollen Fotos. Da ist ein gutes Auge für Objekt und Komposition gefragt. Und nicht immer kommt das raus, was man sich vorstellt.“ Dem Celler gefällt der Workshop: „Überraschend gut. Es ist eine neue Erfahrung, und ich genieße das Fachgeplauder und den Austausch mit anderen, die genauso leidenschaftlich mit der Kamera umgehen, wie ich. So im direkten Vergleich spornt es an, das Beste, aber auch etwas ganz Eigenes aus der Gelegenheit zu machen.“

Nach der ersten Stunde werden die Fotografen mutiger, bitten die Models um neue Varianten vor anderen Schauplätzen. Marlen springt zum zigsten Mal fröhlich lachend vor einer riesigen Papierrolle in die Luft. Beate schaut in mitten von Maschinengewirr geduldig zu den sich Fotografen auf der Leiter vor ihr: Beautyface vor Industriallook.

Marcus Jacobs freut sich sowohl über den Eifer als auch über die Ergebnisse seiner Teilnehmer. Von einer „Lehrer-Schüler-Situation“ will er nicht sprechen: „Das sind hier keine Anfänger, schließlich sind sie alle Sieger! Da braucht man nicht wie in einen Anfängerkursus einzusteigen. Es ist eher eine Weitergabe von Erfahrung und eine Bereitstellung von professionellem Werkzeug. Im Austausch untereinander lernt man einiges mehr und es macht immer Spaß, Menschen mit der gleichen Ambition, die mich zu meinem Beruf gebracht hat, zu treffen. Dass da der eine oder andere Tipp ausgetauscht wird, ist doch klar. In erster Linie ist ein solcher Kurs aber für alle Beteiligten ein Anschub zu neuen Herausforderungen.“

Animiert muss auch David Borghoff (19) nicht mehr werden. Er fotografiert schon lange leidenschaftlich gern und erfolgreich und hat nach seinem Abi sogar eine Ausbildung zum professionellen Fotografen begonnen. „Man hat nicht so oft Gelegenheit, mit einem Model zu arbeiten, das weiß, was sie tut“, sagt er ehrlich. „Solche Fotos machen sich gut in meinem Portfolio. Persönlich bin ich kein so großer Freund von künstlicher Belichtung und arbeite lieber mit natürlichem Licht.“

Im Vergleich zu ihm stehen Marcel Vollbrecht (17) und Neela Buchholz (17) eher am Anfang einer erfolgreichen Foto-Karriere. Beide haben ihre erste „richtige Kamera“ auf Wunsch von den Eltern geschenkt bekommen. Talent haben sie allemal, wie ihr Wettbewerb-Sieg beweist. Und die Zukunft ist groß.

Von Doris Hennies