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Celle Ortsteile Celle als Mekka der Oldtimer-Liebhaber (mit Bildergalerie)
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celle als Mekka der Oldtimer-Liebhaber (mit Bildergalerie)
22:10 27.08.2017
Von Gunther Meinrenken
Stefan Oetken (rechts) war mit seinem Kumpel und ebenfalls Käfer-Fan Jörg Schierenbeck von Ganderkesee nach Celle gekommen. Die Fahrt legten sie mit einem VW Käfer 1300 und einem Mini-Wohnwagen zurück, der von den Besuchern von Oldtimer & Fachwerk zwischenzeitlich regelrecht belagert wurde. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Das Gespann von Oetken war einer der Hingucker bei "Oldtimer & Fachwerk". Mehr als 1000 Autobesitzer waren mit ihren liebevoll restaurierten Fahrzeugen nach Celle gekommen. Das älteste gemeldete Exemplar: ein französischer „Berliet Torpedo 12 CV“ von 1923.

Camping-Idylle mitten in der Celler Innenstadt. Gestern hatten es sich Stefan Oetken und Jörg Schierenbeck vor dem Alten Rathaus so richtig gemütlich gemacht. Klappstühle mit Polstern in Blumenoptik herausgeholt, Resopaltisch aufgebaut und dazu einen schönen heißen Becher Kaffee aus der Thermoskanne vor sich saßen die beiden vor ihrem Campingwagen. Und das war ein ganz besonderes Exemplar: ein recht kurzer Eriba Puck der Firma Hymer aus dem Jahr 1972 gezogen von einem VW Käfer 1300 von 1968. -

Oetken war eigens aus Ganderkesee angereist und konnte sich vor neugierigen Fragen kaum retten. Das Gespann wurde regelrecht umlagert. Das hat Oetken vor drei Wochen schon einmal erlebt. "Da war ich zum ersten Mal mit dem Wohnwagen auf einem Campingplatz. Die anderen Camper haben schon ganz schön geguckt", berichtete der 56-Jährige. 700 Kilometer in elf Stunden hatte er bis ins dänische Skagen zurückgelegt, abends den Tisch runtergeklappt, die Bänke zusammengeschoben und dann in seinem Mini-Wohnwagen geschlafen, so Oetken, der besonders stolz darauf ist, dass seine beiden Schätze "in absolutem Originalzustand" sind und das bisher ohne aufwändige Restaurierung.

Andere Oldtimerfans dürften schon den einen oder anderen Euro in ihre liebevoll hergerichteten Fahrzeuge gesteckt haben. Das konnte man beim Anblick der unzähligen Isetta, Cadillac, Mercedes, Fiat und Motorräder oder Feuerwehrfahrzeuge erahnen, die chromblitzend vor dem Schloss oder in den Gassen der Altstadt standen. Besonders originell: Passend zur Veranstaltung hatte die CTM einen Park-&-Ride-Service mit Oldtimer-Reisebussen organisiert.

Den musste Volker Stank nicht nutzen. Er war mit seinem Oldtimer aus Klein Hehlen gekommen. Eigentlich hätte er aber damit auch schwimmen können, denn Stank nennt ein altes Amphibienfahrzeug aus Beständen der Nationalen Volksarmee sein eigen. "Das hatte sich ein Bauer gekauft. Ich kam zufällig vorbei, als er es gerade auf einen Hänger fahren wollte. Er hatte das Fahrzeug nicht zum Laufen bekommen. Da habe ich gesagt, er kann es gleich drauf lassen und bei mir vorbeifahren", erzählte Stank.

Für den "LuAZ 967" hat der Autoliebhaber sogar zwei Kennzeichen, eines für die Straße und eines fürs Wasser. Für richtige Ausfahrten taugt das Armeefahrzeug in beiden Elementen aber nicht so hunderprozentig. "Auf der Straße fängt es bei 40 Stundenkilometern an zu zittern und zu wackeln", so Stank. Und im Wasser könne man höchstens eine halbe Stunde fahren. "Einmal habe ich das bisher ausprobiert. Bei Hochwasser bin ich in die Aller gefahren. Das Wasser stand ziemlich hoch. Hohe Wellen verträgt das Fahrzeug nicht." Lustig sei es aber trotzdem gewesen.