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Celle Ortsteile Celle lockt Architektur-Fans
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celle lockt Architektur-Fans
16:20 25.06.2018
Von Andreas Babel
Ein Ausschnitt aus Otto Haeslers Bauhaus-Erbe in Celle: Das marode Blumläger Feld (links oben) auf der einen Seite und die bunte Siedlung „Italienischer Garten“ (daneben) auf der anderen Seite. Weiterhin sehenswert: die beiden Wohnblöcke an der Schackstraße (Mitte links), das Direktorenhaus an der Magnusstraße (rechts daneben) und die Altstädter Schule (rechts unten) nebst dem Rektorenwohnhaus daneben (links unten). Quelle: Peter & Urs Mueller
Celle

Die Bauten des Architekten Otto Haesler (1880 bis 1962), die in den Jahren 1923 bis 1931 hier entstanden sind, können immer noch nahezu im Originalzustand besichtigt werden. Zudem ist im Blumläger Feld das Haesler-Museum eingerichtet worden, das jeden ersten Sonntag im Monat in der Zeit von 15 bis 18 Uhr geöffnet ist. Außerdem können Gruppen über die CTM einen Termin vereinbaren. Zu sehen sind hier am Galgenberg 13 eine original erhaltene Arbeiter-Wohnung aus den 1950er Jahren, eine Flüchtlingsunterkunft des Jahres 1945 sowie ein Wasch- und Badehaus aus dem Jahr 1931.

Die Siedlung „St. Georg Garten“ war in den Jahren 1925/26 die erste, die ihre Bewohner vom Lärm der Straße abschottete, indem die langgestreckten Wohnblöcke mit der Stirnseite zur Straße hin ausgerichtet gebaut wurden und zudem der Sozialtrakt als Schallschutz diente. So konnte damals die Kinder in einem beschützten Raum spielen, zumal sich auf der anderen Seite Kleingärten anschließen, die die Bewohner nutzen durften.

Auch die Siedlung „Italienischer Garten“ sowie zwei Wohnblöcke an der Schackstraße bieten heute noch Wohnraum in Innenstadtnähe. Die Siedlung „Galgenberg/Blumläger Feld“ ist hingegen so marode, dass ihre Bewohner ausziehen mussten. Im Mai hieß es, dass die komplette Westfassade geöffnet werden müsse, um festzustellen, wie stark die Schäden sind. Dadurch sollte festgestellt werden, ob die Siedlung wohlmöglich komplett abgerissen werden muss. Die Untersuchungsarbeiten sollen bis November abgeschlossen werden.

Die Altstäder Schule (1926 bis 1928 erbaut) wird immer noch als Grundschule genutzt, für das benachbarte Rektorenhaus hat Celles Haesler-Experte Wulf Haack besondere Pläne, die noch nicht verraten werden. Er könnte sich auch einen Fotowettbewerb vorstellen, mit dem man gezielt Schüler ansprechen könnte, die mit Handykameras das „beste Bauhaus-Foto in der Celler Baulandschaft“ schießen. Doch auch dieser Plan ist noch nicht spruchreif.

Öffentlich zugänglich ist im einstigen Direktorenhaus an der Magnusstraße die„Galerie Dr. Jochim“. Donnerstags bis samstags können dort vier bis fünf Stunden lang Kunstwerke betrachtet werden. Einmal im Monat bietet die CTM Bauhaus-Führungen an, die nächste am 7. Juli. Weitere Infos im Schloss-Infocounter unter Telefon (05141) 9090850.

Meinung

Erhaltenswert

Wir sollten in Celle nicht kleinkariert sein. Ja, Otto Haesler selbst war kein Bauhaus-Architekt. Seine Bauwerke in Celle zeugen noch heute von großem Weitblick vor dunkler Zeit. Sie sind eindeutig im Geiste des Bauhaus‘ entstanden. Sie lassen diesen Geist immer noch deutlich sichtbar werden – das müssen auch diejenigen feststellen, die sagen: „Der Otto Haesler, der war doch gar nicht Bauhaus, der stand doch für das Neue Bauen.“

Ja, in Celle ist architektonisch schon viel zu sehen. In unserem Freiluftmuseum stehen so viele Fachwerkhäuser in der Nähe des Barock-Schlosses, dass allein dieser Fakt stets zahlreiche Touristen aus Skandinavien anzieht. So nah dran können sie so etwas nicht sehen. Doch die wenigsten der Touristen (und auch der Einheimischen) wissen, dass wir mit dem Erbe des Architekten Otto Haeslers hier eine weitere Perle bieten: Nirgends sonst sind so viele Bauwerke der Lichtphase, der Phase zwischen den Weltkriegen, erhalten geblieben, in der die Bauten Licht in die Häuser ließen.

Aber: Auch ein Architekt muss sich mit dem Gedanken anfreunden, dass seine Bauten nicht ewig stehen werden. Dass die Porta Nigra nach fast 2000 Jahren in Trier Wind und Wetter trotzt, ist die absolute Ausnahme. Denn weder die schiefen Fachwerkhäuschen in der Celler Altstadt noch die Flachdachbauten von Otto Haesler sind für die Ewigkeit erbaut worden. Wenn man erkannt hat, dass es sich lohnt, Bausubstanz zu erhalten, dann sollte man das tun. Wenn man aber erkennt, dass ein Bauwerk so marode ist, dass man es nur noch unter Lebensgefahr betreten kann, dann sollte man auch über einen Komplettabriss und gegebenenfalls über einen Neubau nachdenken. Auch andere Haesler-Gebäude in Celle sind nicht im besten Zustand. Hier sind die Besitzer in der Pflicht, sie für die Nachwelt zu erhalten, so lange es geht.

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