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Celle Ortsteile Celle stellt jetzt größten fliegenden Verband der Bundeswehr
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celle stellt jetzt größten fliegenden Verband der Bundeswehr
13:27 03.01.2014
Von Michael Ende
Hubschrauberzuwachs in Wietzenbruch (von links): Oberleutnant Rafael Drazyk, Hauptmann Hubert Ernst, Oberstleutnant Olaf Gericke und Hauptmann Chris Holze. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle

Es war wie ein letztes großes "Familientreffen" mit leicht morbidem Einschlag, als jetzt die letzten vier BO-105 aus Roth bei Nürnberg vom dort aufgelösten Kampfhubschrauberregiment 26 in der Wietzenbrucher Immelmann-Kaserne einschwebten. Der Kommandeur der letzten "Kampfhubschrauber" persönlich, Oberst Bodo Schütte, wurde mit einem Spalier von über 40 BO-105 sowie Feuerwehr- und Tankfahrzeugen auf dem Celler Heeresflugplatz empfangen.

"Damit sind am Flugplatz Celle nunmehr 79 BO-105-Hubschrauber, wovon allerdings nur noch 47 zum Fliegen verwendet werden und nach und nach bis Ende 2016 verkauft, verschrottet oder anders verwendet werden sollen", so Oberstleutnant Olaf Gericke, Staffelkapitän der Luftfahrzeugtechnischen Staffel Celle: "Mit den den vielen BO-105 am Platz ist dann in 2014 und 2015 Celle der Standort der Bundeswehr mit den meisten Hubschraubern; beziehungsweise der größte fliegende Verband der Bundeswehr."

Die als besonders zuverlässig und vielseitig geltenden BO-105 sind in der Truppe längst zu einer fliegenden Legende geworden - folgerichtig werden einige der treuen Maschinen als Denkmäler fungieren. Drei Hubschrauber haben Sonderlackierungen, wovon der "Pegasus" das Wappentier der aufgelösten Heeresflieger Verbindungs- und Aufklärungsstaffel 100 in der Immelmann-Kaserne auf einen Sockel gestellt werden soll. Von den beiden "Rothen" Maschinen sollen die metallic-lackierte nach dem "Abfliegen" in Celle wieder nach Roth als Denkmal und die "Abschiedsmaschine" in das größte Hubschraubermuseum Europas nach Bückeburg.

Gericke ist stolz auf seine Staffel, die "die sich zur schlagkräftigsten luftfahrzeugtechnischen Einheit der Heeresfliegertruppe, mit der größten Flugstundenproduktion und der größten Anzahl an Luftfahrzeugen bundesweit gemausert" habe: "Dieses stellt natürlich die Männer und Frauen in Wietzenbruch vor eine große Herausforderung. Personal und Material, unter anderem auch aus Holzdorf und Roth, werden derzeit in Celle für die nächsten drei Jahre zusammengefahren, um hier vor allem die Ausbildung und Professionalisierung des fliegerischen Personals umsetzen zu können."

Insbesondere für die hoch spezialisierten Luftfahrzeugtechniker sei diese Zeit sehr spannend, da neben den täglichen Inspektionen vor und nach dem Flug auch Maschinen instand gesetzt, "Hochwertteile" regeneriert und das gesamte Material inklusive kompletter Hubschrauber - etwa 15 pro Jahr - verkauft werden müssten, so Gericke, der mit Wehmut daran denkt, dass nun eine Ära endet, die am 26. April 1973 begann, als die ersten zehn BO-105 an die Heeresfliegerversuchsstaffel in Celle zur Erprobung übergeben worden waren: "Von den ehemals 312 BO-105 verabschiedet sich dann die Bundeswehr ab 2017, und die Fähigkeiten dieser kleinen, zuverlässigen, vielseitig einsetzbaren Hubschrauber stehen dann nicht mehr zur Verfügung." Michael Ende