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Celle Ortsteile Celle will Zuwanderer viel stärker einbinden
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celle will Zuwanderer viel stärker einbinden
15:06 14.02.2014
Von Michael Ende
Celle

Klar - man könnte sich auch aufs Klagen über und sogar gegen sinkende Einwohnerzahlen verlegen. Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) hat sich darüber bereits Gedanken gemacht. Denn damit, dass der Zensus 2011 für Celle eine Bevölkerungsschwund von rund 1200 Menschen auf nur noch 68.712 Einwohner ergeben hatte, ist Mende ganz und gar nicht einverstanden: "Unser städtisches Melderegister hatte damals 70.027 Menschen auf der Liste." Schuld an den "falschen" Zahlen der Statistiker seien "Webfehler" in deren stichprobenartigen Erhebungen und Berechnungen. Mende: "Wir haben geprüft, ob es richtig wäre, gegen dieses Verfahren zu klagen - angesichts des immensen juristischen Aufwands sehen wir aber davon ab." Viel wichtiger als gegen Statistiken zu klagen sei es, dem demografischen Wandel möglichst aktiv zu begegnen, so der OB.

Bis Ende 2030 soll aktuellen Prognosen zufolge die Zahl der Celler um 5900 Einwohner oder 8,5 Prozent abnehmen. Bis 2030 wird sich die Zahl der jungen Menschen halbieren und die der alten Menschen verdoppeln. Wie soll die Stadtverwaltung damit umgehen? "Darüber haben wir uns Gedanken gemacht und ein Maßnahmenbündel geschnürt", sagt Mende. Ein ganz zentraler Aspekt dabei sei es, in Zukunft Menschen mit Zuwanderungs-Hintergrund noch viel stärker als bisher einzubinden.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung zeichne sich ein Fachkräftemangel ab, der sich auf die Verwaltungsberufe auswirken werde, so Mende: "Es wird immer wichtiger, Migranten für dieVerwaltungsberufe zu begeistern und mit ihren Kompetenzen zu implementieren." Für Ausbildungsberufe im manuellen Bereich wie etwa Straßenbauer oder Gärtner gebe es es bereits viel zu wenige Bewerbungen. Im Jahr 2013 hab es gar keine Bewerbungen gegeben. Deshalb gelte es nun, die Betriebe für Kräfte, die nicht "den üblichen Karriereweg durchschritten" hätten, zu öffnen: Ältere Bewerber, Un- und Angelernte sowie Migranten sollten gezielter angesprochen werden: "In der Ausschreibung wird für die Berufe eine Realschul- oder ein guter Hauptschulabschluss gefordert. Es wird ferner Wert auf eine gute Mathematiknote gelegt, damit der Berufsabschluss erreichtwerden kann. Selbst wenn eine Ausbildung nicht zum Bestehen der Prüfung führt, hat die Stadt auch Stellen für Hilfskräfte zu besetzen, die geringer bezahlt mit solchen Personen besetzt werden könnten."

Wichtig sei auch der Ausbau des so genannten E-Government, so Mende: "86 Prozent aller Bundesbürger nutzen das Internet. Über 60 Prozent davon sind über 50 Jahre alt. Auch die ältere Generation hat das Internet als Kommunikationsform also akzeptiert." Die zunehmende Immobilität der älteren Menschen werde dazu führen, dass vermehrt kommunale Dienstleistungen über das Internet wahrgenommen werden müssten: "Der Ausbau des E-Government ist daher unser strategisches Ziel." Bis Ende 2014 solle eine Möglichkeit geschaffen werden, dass Bürger rechtssicher über Email mit der Verwaltung kommunizieren könnten. Eine rechtssichere Authentifizierung über den elektronischen Personalausweis solle bis Ende 2015 möglich sein.