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Celle Ortsteile Celler 10-Millionen-Projekt "am Netz"
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler 10-Millionen-Projekt "am Netz"
19:19 18.10.2016
Von Michael Ende
Dirk-Ulrich Mende machte am Bohrsimulator eine gute Figur. Quelle: Oliver Knoblich
Altencelle

„Der heutige Einweihungstag des Drilling Simulator Celle ist ein Meilenstein in der Entwicklungsgeschichte der TU Clausthal. Langfristig verfolgen die Wissenschaftler mit ihrer Forschung das Ziel, Tiefbohrungen auf Erdöl, Erdgas und Geothermie sowie unterirdische Speicher kostengünstiger und sicherer zu machen“, sagte Universitätspräsident Professor Thomas Hanschke. Zugleich verwies er auf die gute Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur bei der Umsetzung des Vorhabens und unterstrich die besondere Bedeutung des Drilling Simulators für die Energieforschung. Beleg dafür sei auch ein 3,8-Millionen-Euro-Projekt zur Optimierung tiefer Geothermie-Bohrungen – gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) – das im August 2016 am DSC begonnen hat.

Der Bohrsimulator, in dem auch extremer Druck und Hitze simuliert werden, habe eine Leistungsspitze von 1,4 Megawatt, erläuterte EFZN-Vorstand Professor Hans-Peter Beck. Deshalb habe man ein Spitzenlastkraftwerk errichten müssen, das auch mit zur Versorgung der Stadt Celle eingesetzt werden könne, „wenn es gut bezahlt wird.“

Bei allen Forschungsvorhaben – auch mehrere Industrieprojekte laufen bereits – kommt dem Drilling Simulator sein Standort zugute. „Die Ansiedlung am Standort der deutschen Bohr- und Service-Industrie in Celle bietet Gewähr für eine enge Zusammenarbeit zwischen Universität und Industrie, die sich in Celle im Verein GeoEnergy zusammengeschlossen haben“, so Professor Joachim Oppelt, der seit März 2015 Direktor des DSC ist.

Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) sprach von einem „ganz besonderem Tag für Celle“. Mende erinnerte an ein Manko seiner im Februar auslaufenden Amtszeit, in der er eigentlich eine Hochschule im Oberzentrum an der Aller ansiedeln wollte: „Uns fehlt eine Universität. Immerhin: Ein Hauch von Uni ist jetzt hier bei uns angekommen.“

Die DSC-Grundsteinlegung war im Mai 2013 erfolgt. Das Land stellte aus EU-Mitteln rund fünf Millionen Euro für den Bau zur Verfügung. Aus Landesmitteln kamen noch einmal rund vier Millionen Euro hinzu, mit denen auch die wissenschaftliche Ersteinrichtung finanziert wurde. Die Universität leistete einen Eigenanteil von 700.000 Euro. Daneben unterstützten die Stadt Celle und GeoEnergy den Aufbau des Forschungszentrums.

Auf einem 9000 Quadratmeter großen Grundstück ist ein zweigeschossiges Gebäude entstanden. Es besteht aus einer Versuchshalle, einem Zwischenbau und einem Bürogebäude; insgesamt ist es 1448 Quadratmeter groß. Bis 2020 läuft die Aufbauphase für die Tiefbohrversuchsanlage, an der schon sehr bald bis zu 15 Wissenschaftler forschen werden. Hanschke zeigte sich stolz über das 10-Millionen-Euro-Projekt und flachste: „Für zehn Milliarden Euro könnten wir hier in Celle ein wirklich tiefes Loch bohren – doch wenn dann der Pazifik die norddeutsche Tiefebene fluten würde, gäbe es wahrscheinlich Ärger.“