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Celle Ortsteile Celler Banker soll auch Feuerwehr bestohlen haben
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Banker soll auch Feuerwehr bestohlen haben
15:41 13.06.2011
Lüneburg

Gerd Bakeberg steckt die persönliche Enttäuschung noch in den Knochen. „Uns kann das nicht passieren, dachte ich noch vor einigen Jahren, als im Gifhorner Kreisfeuerwehrverband finanzielle Unregelmäßigkeiten bekannt wurden“, berichtet er mit bitterem Unterton in seiner Stimme. Er fühlte sich sicher, weil er – selbst ausgebildeter Bankkaufmann – allergrößtes Vertrauen in die Professionalität seines Kassenwartes im Kreisfeuerwehrverband legte.

Und auch Andre Schütte vom Schiedsrichterausschuss der Volleyballer klingt noch im Zeugenstand verbittert, als er nach dem Status des Kontos für die Schiedsrichtergelder befragt wird. Als der Angeklagte die Gelder noch verwaltete, tat er dies unter seinem eigenen Namen auf einem privaten Konto. Das macht dem Gericht Kopfzerbrechen, weil es dem Angeklagten Verfügungsgewalt einräumt, die zwischen den infrage kommenden Straftatbeständen, wie Diebstahl, Unterschlagung, Veruntreuung oder veruntreuende Unterschlagung rechtmäßige Handlungsspielräume verschafft. „Jetzt haben wir das geändert“, so Schütte.

Dabei geht es im Hinblick auf die beiden ehrenamtlich verwalteten Konten nur um den geringsten Teil des insgesamt zu Unrecht vereinnahmten Geldes. Um den Schaden von 624.000 Euro, den der 49-Jährige der Sparda-Bank Hannover zugefügt hat, zwischendurch zu verschleiern, hatte der Bankangestellte auf die ihm anvertrauten Konten des Schiedsrichterausschusses und des Kreisfeuerwehrverbandes zurückgegriffen. Er entnahm einige Male vergleichsweise geringe Beträge, um sie vorübergehend dem Kassenbestand der Sparda zuzuführen, so die Staatsanwaltschaft, damit seine Entnahmen nicht sofort auffielen. "Spätestens bei der jährlichen Kassenprüfung hätte der Kassenwart die Auf- und Abbuchungen plausibel begründen müssen“, erklärt Bakeberg.

Auch die frühere Geschäftsstellenleiterin musste noch einmal genau erklären, in welchem Turnus der Kassenbestand gezählt wurde. Offenbar hatte ein Wasserschaden in der Geschäftsstelle den zweimonatigen Turnus unterbrochen. Sonst wäre die Unregelmäßigkeiten viel früher aufgefallen, ergänzte der Leiter Interne Revision aus Hannover. Der Prozess soll in der nächsten Woche beendet werden.

Von Angelika Jansen