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Celle Ortsteile Celler Beachsoccer-Turnier wird für Veranstalter zum finanziellen Fiasko
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Beachsoccer-Turnier wird für Veranstalter zum finanziellen Fiasko
16:54 07.06.2018
Von Gunther Meinrenken
Fußball vor leeren Rängen - für das Beachsoccer-Turnier wollten nur wenige Celler Eintritt bezahlen. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Am vergangenen Wochenende organisierte er am Celler Hafen das erste Beachsoccer-Turnier unter anderem mit der Mannschaft des amtierenden Deutschen Meisters, Rostocker Robben. Mit der Band "Glasperlenspiel" holte der Wietzer dazu noch einen Top-Musik-Act in die Residenzstadt. Doch beides zündete bei der Celler Bevölkerung nicht.

Am Ende wird Herzog nach seinen Schätzungen auf einem Defizit "im niedrigen sechsstelligen Bereich" sitzen bleiben. Der Geschäftsführer der Sportbirds-Medien- und Eventfirma haftet für die Schulden privat, durch die Gründung einer GmbH hatte er sich im Vorfeld der Veranstaltung nicht abgesichert. "Das ist ein totales Fiasko", so der 29-Jährige.

Richtiges Event in falscher Stadt? "In Hannover wäre die Veranstaltung mit Sicherheit ein voller Erfolg geworden", ist sich Herzog sicher, der enttäuscht ist, dass die Celler die Veranstaltung nicht so angenommen haben, wie er erwartet hatte. "Ich will nicht sagen, dass ich alles richtig gemacht habe, aber das Grundkonzept hat gestimmt", ist er auch ein paar Tage nach dem Event überzeugt.

Beachsoccer vor leeren Rängen: War der Celler Hafen zu abgelegen? Herzog fragt nach den Ursachen für sein finanzielles Desaster. Die extra aufgebauten Tribünen mit einem Fassungsvermögen von über 1000 Zuschauern blieben meistens leer. Insgesamt verkaufte Herzog an den drei Tagen der Veranstaltung gerade einmal 300 Tickets. Und das in einer Stadt, in der gerne einmal darüber geklagt wird, dass "nichts los ist". Oder darf das, was los ist, nichts kosten? Selbst bei Eintrittspreisen zwischen 3 und 6 Euro wollten einige Zaungäste das Turnier lieber von außerhalb beobachten, statt zu bezahlen. Herzog musste Sichtblenden aufstellen.

Oder war am vergangenen Wochenende möglicherweise "zu viel los"? Bürger-Brunch, Fußball-Relegation, Verkaufsoffener Sonntag und dazu diverse kleinere Feste und Veranstaltungen machten dem Fußball in der Sandkiste Konkurrenz. Herzog lässt ein solches Argument nicht gelten. Direkte Konkurrenz sei ja nur die Bezirksliga-Relegation in Altencelle gewesen. "Und wenn das stimmen würde, dann hätten ja am Freitag und Samstag mehr Leute da sein müssen, waren es aber nicht. Außerdem können wir uns danach nicht richten, wir haben die Veranstaltung seit vergangenem September geplant."

"Glasperlenspiel" zog nicht. Gerade einmal 1500 Zuschauer wollten die Band sehen, darunter waren auch noch auswärtige Gäste und nicht zahlende Turnierteilnehmer. Hat Herzog die falsche Band für ein Fußball-Event gewählt? Hätte es nicht etwas handfestere Musik sein müssen? Der Veranstalter winkt ab: "Es waren nur etwa 800 Celler gekommen, das ist enttäuschend." Die Wahl sei mit Absicht auf "Glasperlenspiel" gefallen, "weil sie musikalisch breit aufgestellt sind. Ich wollte mit dem Konzert nicht nur Leute ansprechen, die sich für Beachsoccer interessieren, sondern auch ein anderes Publikum", so Herzog, der jetzt gerade einmal die Band bezahlen kann. Für den Rest der Kosten hätte er weit über 3000 Tickets verkaufen müssen.

Trotzdem spielt Herzog mit dem Gedanken, "so etwas noch einmal zu wagen". Im Augenblick hat er allerdings andere Probleme. Er wappnet sich für die Gespräche mit all denjenigen, die von ihm jetzt noch Geld bekommen.

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