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Celle Ortsteile Celler Bohrunternehmen wollen wieder durchstarten
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Bohrunternehmen wollen wieder durchstarten
20:43 02.03.2017
Von Oliver Gatz
Die heimische Erdgasproduktion ist 2016 auf 7,9 Milliarden Kubikmeter gesunken (2015: 8,6 Milliarden Kubikmeter). Quelle: BVEG
Celle

Seit Mitte Februar sind die neuen gesetzlichen Regelungen in Kraft. Demnach ist der Einsatz des konventionellen Frackings in Sandstein wieder möglich. Das von Umweltschützern besonders kritisierte unkonventionelle Fracking zur Förderung von Schiefergas bleibt hingegen für kommerzielle Zwecke verboten. Allerdings darf diese Technik in bis zu vier Probebohrungen unter wissenschaftlicher Begleitung angewendet werden, um die Folgen für die Natur zu erkunden – aber nur, wenn die betroffenen Bundesländer dem zustimmen. 2021 entscheidet der Bundestag, ob das Verbot noch sachgerecht ist. Beim Fracking wird aus tiefen Gesteinsschichten unter hohem Druck und Chemikalien-Einsatz Gas oder Öl gewonnen. Gegner befürchten, dass das Grundwasser verunreinigt wird und es zu Erdbeben kommt.

"Nach sechs Jahren in der Warteschleife liegen Investitionen in Milliardenhöhe auf Eis", erläuterte Bachmann. Neben der Fracking-Debatte haben niedrige Öl- und Gaspreise in der Branche deutliche Spuren hinterlassen. Die heimische Erdgasproduktion sank 2016 auf 7,9 Milliarden Kubikmeter (2015: 8,6 Milliarden Kubikmeter). Noch drastischer zeigt sich der Stillstand wichtiger Projekte bei den Mitarbeiterzahlen. "Allein bei den Dienstleistern haben im vergangenen Jahr 1000 Spezialisten ihren Job verloren", erläuterte der stellvertretende BVEG-Vorsitzende Horst Christofzik. Zum Jahresende seien noch einmal weitere 200 hinzugekommen.

Die neuen gesetzlichen Regelungen haben eine aufwendigere Planung und Ausführung der Förderprojekte zur Folge. "Wir haben einige dicke Bretter zu bohren", sagte Florian Barsch, stellvertretender BVEG-Vorsitzender. "Aber Bohren ist unser Geschäft. Und wir werden das meistern." Frühere Förderanträge sollen nun den neuen rechtlichen Bedingungen angepasst werden. Nach Verbandsangaben könnten im kommenden Jahr 15 bis 20 Projekte zur Förderung von Gas und Öl genehmigungsfähig sein. Erste Fracking-Projekte werden voraussichtlich frühestens 2020 realisiert.

Mit Blick auf mögliche Probebohrungen beim unkonventionellen Fracking forderte Bachmann: "Diese Forschung ist zu wichtig, als dass man sie blockiert." Sein Vize Barsch ergänzte: "Niedersachsen hat ein riesiges Schiefergaspotenzial." Dieses könne einen Beitrag dazu leisten, den Energiebedarf auf lange Zeit zu sichern. 2016 hatte die heimische Förderung nur noch einen Anteil von acht Prozent am deutschen Erdgasmarkt, im Vorjahr waren es noch zehn Prozent.

Mit der Neuaufstellung des Verbandes erhält der Bereich Geoenergie ein stärkeres Gewicht. Geplant ist unter anderem, bereits existierende Bohrlöcher für die Nutzung von Geothermie umzurüsten. Dadurch könnten die Firmen viel Geld sparen. Zudem will sich der BVEG verstärkt mit anderen Geoenergie-Verbänden austauschen.