Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Ortsteile Celler Brandopfer verliert gesamte Existenz (mit Video)
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Brandopfer verliert gesamte Existenz (mit Video)
09:31 14.11.2017
Von Gunther Meinrenken
Hans-Armin Jähnke sitzt vor den Trümmern der abgebrannten Lager- und Werkshalle seines Rindenmulchwerks. Der 64-jährige Hustedter war nicht versichert, weiß nun nicht, wie es weitergehen soll. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

„Ich bin seit 45 Jahren auf dem Platz, seit 27 Jahren bin ich selbständig“, berichtet Jähnke, der in seinem Betrieb nicht einfach nur Rindenmulch und Kaminholz, das von den Flammen übrigens verschont wurde, herstellt. „Ich habe auch Carports gemacht und Zäune und auch Artikel für ein schönes Ambiente. Ich habe sogar schon auf dem Landgestüt ausgestellt und verkauft“, erzählt der Hustedter, der außerdem eine gute Adresse für die Celler war, die eben einmal eine neue Dach- oder Zaunlatte brauchten.

Doch damit ist es jetzt vorbei. „Alle meine Maschinen sind bei dem Brand zerstört worden. Meine ganze Werkstatt ist weg“, beklagt Jähnke seine derzeitige Situation, die sich wohl auch nicht mehr ändern wird. Denn der 64-Jährige, der nur noch ein Jahr hat, bis er in Rente gehen wollte, war nicht versichert. „Erst war meine Frau krank, dann bin ich schwer erkrankt. Daher konnte ich im vergangenen Jahr die Versicherungsprämie nicht bezahlen.“

Jähnke sei über diesen unglücklichen Umstand, der ihm den Wiederaufbau seines Betriebes unmöglich macht, „aber eigentlich sogar froh. So kommt jedenfalls niemand auf die Idee, mir anzuhängen, dass ich das Feuer selbst gelegt habe“. Denn der Hustedter geht fest davon aus, dass Brandstiftung im Spiel ist. „Ich schalte jeden Abend den Strom für meine Maschinen aus, aus Sicherheitsgründen. Ich möchte nicht, dass irgendwelche Kinder auf das Gelände kommen und mit den Sägen rumspielen und sich dabei verletzen“, erklärt er. Daher sei ein Kurzschluss als Ursuche für das Feuer nicht möglich. „Es bleibt nur Brandstiftung übrig“, so Jähnke überzeugt.

Die Spezialisten der Celler Polizei, die gestern Nacht ihre Ermittlungen aufgenommen haben, haben derzeit noch keine gesicherten Erkenntnisse über die Brandursache, wie Polizeisprecher Thorsten Wallheinke meinte. Dies könne auch noch etwas dauern.

Bei dem Brand in dem Sägewerk war in der Nacht zu gestern ein Großaufgebot der Celler Feuerwehr im Einsatz. 75 Feuerwehrleute mit 18 Fahrzeugen aus Hustedt, Scheuen, Groß Hehlen und der Hauptwache waren vor Ort. Während ein Großteil der Einsatzkräfte die Brandstelle gegen 3.30 Uhr wieder verlassen konnten, dauerten die Nachlöscharbeiten bis in die frühen Morgenstunden an. Der Sachschaden wird auf rund 100.000 Euro geschätzt.