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Celle Ortsteile Celler CDU-Fraktionschef kritisiert Zuwanderungsagentur
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler CDU-Fraktionschef kritisiert Zuwanderungsagentur
18:48 02.05.2018
Von Gunther Meinrenken
Celle

Gerlach hält die Kritik an den beiden Bildungsmanagerinnen für ungerechtfertigt und verweist auf das "Unterjährige Berichtswesen der Celler Zuwanderungsagentur" vom 30. Juni vergangenen Jahres. Darin wird dargelegt, mit welchen Aufgaben und Projekten sich Rietze und Nieskens beschäftigen. Folgt man Gerlach, so ist die dortige "Aufstellung der derzeitigen Prioritäten des Bildungsmanagements" ein Ausweis für die erfolgreiche Arbeit der beiden. Bei genauerem Hinsehen bleibt allerdings wenig Greifbares übrig.

Die CZ hat bei der Stadt zum Stand der einzelnen Projekte nachgefragt:

Netzwerk-Landkarte Integration: Seit März 2017 werden auf der Netzwerk-Landkarte Integration im Internet verschiedene Bildungsangebote zusammengetragen. Bisherige Anzahl der Klicks – 298 in 13 Monaten.

Jugendfreizeit: In den Osterferien 2017 haben 28 Kinder drei Tage in einem "Integrativen FerienCamp" in Wathlingen verbracht. Muss so etwas von den Bildungsmanagerinnen organisiert werden? Die Stadt findet schon: "Zu den Aufgaben der Bildungsmanagerinnen gehört die Schaffung und Weiterentwicklung von Bildungs- und Integrationsangeboten. Bei Kindern und Jugendlichen funktioniert Integration über gemeinsame Freizeitgestaltung; daher die Organisation des Feriencamps."

Fördermittel: Rietze und Nieskens haben für die Projekte "Initiative Schutz für Frauen und Kinder vor Gewalt in Flüchtlingsunterkünften" und "Frauen(t)räume" Fördermittel eingeworben. In beiden Fällen ist die Zuwanderungsagentur "federführend".

Internet-Blog: In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule und dem Jobcenter sollte im Herbst 2017 ein Internet-Blog für Flüchtlinge mit dem Titel "An(ge)kommen und Leben in Celle" an den Start gehen. Das ist bisher nicht passiert. Auskunft der VHS: "Die vorgeschaltete Qualifizierung über das Jobcenter, in der der Blog aufgebaut werden soll, muss verschoben werden."

Frühkindliche Bildung: Seit Februar 2017 arbeiten die Bildungsmanagerinnen an einem Frühkindlichen Bildungsprojekt für Kita-Kinder und deren Eltern. Zwischenstand nach Angaben der Stadt: "Das Thema wurde zunächst zurückgestellt."

Hilfsorganisationen: Im September 2017 sollte eine Veranstaltung zur Kooperation mit Hilfsorganisationen bei Hospitationen und Praktika stattfinden – hat sie aber nicht. Nach Auskunft der Stadt hat sich "die Koordinierung bislang als schwierig erwiesen. Wir wollen uns dem Thema künftig verstärkt widmen".

Kulturprojekt: Über "Kultur integriert" sollen Flüchtlinge Stipendien und Praktika im Kulturbereich bekommen. Das Projekt läuft.

Arbeitsmarkt: Im Februar 2017 war die Zuwanderungsagentur beteiligt an der Organisation des Netzwerktreffens "Migration und Arbeitsmarktintegration – Wege in die Arbeitswelt." Im Tätigkeitsbericht wird festgehalten: "Eine Folgeveranstaltung im Mai musste aufgrund fehlender Anmeldungen leider abgesagt werden."

Ansonsten finden sich in dem Papier viele vage Formulierungen. Beispiele: "Es wurden Partnerschaften oder Netzwerke geknüpft...", "Darüber hinaus ist das Bildungsmanagement zum Teil federführend an verschiedenen Projekten beteiligt, die in den nächsten Monaten starten." Gibt es nicht mehr greifbare Ansätze im Bereich Qualifizierung? Dazu die Stadt: "In der Tat ist das Projekt 'Kultur integriert' im Hinblick auf Qualifikation das bislang konkreteste und Erfolg versprechendste. Allerdings bewegen sich viele Aufgaben in den Bereichen Vernetzung, Beratung und Begleitung."

Gevers findet die Antworten der Stadt ernüchternd. "So kann das Bildungsmanagement nicht weiter laufen. Vielleicht ist das auch gar nicht die Schuld der beiden Damen, aber wir müssen überlegen, ob wir etwas ändern. Dann muss das anders aufgezogen werden. Die Aufgabenbeschreibung muss so eindeutig sein, dass sie auch konkret danach handeln können. Oder wir sagen, das wird jetzt nichts mehr, weil sich auch die Umstände geändert haben", so Gevers. Sein Fazit: "Entweder wird der Aufgabenbereich radikal geändert oder abgeschafft."

Kommentar: Überdenken

Bedeckt hat sich die Stadt vor etwa drei Wochen gehalten, als seitens der CDU Zweifel daran geäußert wurden, ob das Bildungsmanagement der Celler Zuwanderungsagentur, das für die Qualifizierung von Flüchtlingen und Asylbewerbern zuständig ist, in seiner jetzigen Form noch den aktuellen Gegebenheiten entspricht. Mittlerweile hat sich das Neue Rathaus konkret zu den einzelnen Projekten geäußert – die Bedenken wurden dabei nicht zerstreut. Ganz im Gegenteil, nach bald zwei Jahren können die beiden Bildungsmanagerinnen Monika Rietze und Birgit Nieskens leider nur wenig konkrete Ergebnisse vorlegen.

"Vernetzung, Beratung und Begleitung" gehören nach Auskunft der Stadt bei vielen Aufgaben zum Job des Bildungsmanagements. Sich mit Akteuren unterschiedlicher Institutionen, die mit der Qualifizierung von Flüchtlingen zu tun haben könnten, an einen Tisch zu setzen, ist sicherlich wichtig. Richtig greifbar wird der Aufgabenbereich der beiden Bildungsmanagerinnen dadurch allerdings nicht. Und: Nimmt das so viel Raum in Anspruch, dass keine Zeit mehr bleibt, um konkrete Projekte anzuschieben?

Wer meint, dass die Organisation von Freizeiten für Kinder und Jugendliche zu den Aufgaben der Bildungsmanagerinnen gehört, weil auch Integration im weitesten Sinne in ihr Tätigkeitsspektrum fällt, muss sich nicht wundern, wenn Kritik laut wird. Daneben warten andere Vorhaben seit Monaten auf ihre Realisierung. Das konkreteste Projekt findet im Kulturbereich statt – eine schöne Idee, aber ein "Jobbringer" dürfte das angesichts der Qualifikation der meisten Flüchtlinge auch nicht gerade werden.

Die Tätigkeit der Bildungsmanagerinnen öffentlich zu hinterfragen, wie es die CDU gemacht hat, ist also durchaus legitim. Letztlich geht es auch hier um Steuergelder. Den Aufgabenbereich zu überdenken, scheint angesichts der bisherigen Bilanz dringend geboten.

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