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Celle Ortsteile Celler Flüchtlinge bevorzugen Helferjobs
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Flüchtlinge bevorzugen Helferjobs
15:04 16.03.2018
Von Gunther Meinrenken
Eine qualifizierte Ausbildung ist die Voraussetzung, damit Flüchtlinge als Fachkräfte arbeiten können. Doch viele nehmen lieber Helferjobs an, um schnell Geld zu verdienen. Quelle: Martin Schutt
Celle

"Von Januar bis November vergangenen Jahres waren 1748 Asylberechtigte oder anerkannte Flüchtlinge mit Bleiberechtsstatus bei uns gemeldet. 1250 davon sind arbeitssuchend. Bei der Agentur für Arbeit kommen noch einmal 80 dazu", erklärt Gerhard Durchstecher, Geschäftsführer des Celler Jobcenters. Immerhin: Von den 1748 Personen seien in diesem Zeitraum etwa neun Prozent in Lohn und Brot gekommen, in absoluten Zahlen waren dies 158. Über die Agentur für Arbeit waren es noch einmal 64.

"Diese Zahlen zeigen schon, dass da etwas geht", sagt Durchstecher. Es könnte aber durchaus noch etwas mehr gehen. Denn der Großteil der Flüchtlinge kann lediglich Helfertätigkeiten nachgehen. Im Landkreis Celle trifft dies aufgrund der Qualifikation auf 74,4 Prozent zu, als Fachkräfte könnten 17,3 Prozent arbeiten, zu 8,3 Prozent der Flüchtlinge gibt es keine genauen Angaben.

Durchstecher verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass Schul- und Berufsabschlüsse in Syrien, woher ein großer Teil der Flüchtlinge stammt, mit denen in Deutschland nicht vergleichbar seien. "In Syrien mussten die Kinder nur acht Jahre zur Schule gehen. Durch den Krieg haben viele gar keine Schule mehr besucht." Und etwas Vergleichbares wie das deutsche duale Ausbildungssystem sucht man in den Herkunftsländern der Flüchtlinge vergebens.

In den Jobcentern der Republik würde man daher am liebsten diesen Personenkreis so weit qualifizieren wie möglich. Doch das dauert. Durchstecher geht von etwa sechs Jahren aus bis zu einem Ausbildungsabschluss. Bis zur Anerkennung als Flüchtling oder Asylberechtigter dauere es etwa ein Jahr, dann schlössen sich Deutsch- und gegebenenfalls Alphabetisierungskurse sowie Integrationskurse an. Teilweise betrage die Wartezeit etwa für einen Alphabetisierungskursus 18 Monate. Um eine reguläre Ausbildung beginnen zu können, müsse man mindestens das Sprachniveau B1 erreichen. "Doch viele kommen nicht mit diesem Niveau heraus, müssen den Kursus wiederholen."

In dieser langen Zeit würden einige Flüchtlinge "abspringen" und lieber eine Helfertätigkeit annehmen. "Im Schlachthof Wietze, als Bauhelfer oder als Kurierfahrer etwa", sagt Kai Hotopp, Bereichsleiter Vermittlung. Hinter dieser eher kurzfristig orientierten Denkweise stecke die besondere Situation vieler Flüchtlinge. "Die Motivation spielt eine entscheidende Rolle. Einige haben noch Schulden bei den Schleusern, wollen Geld sparen, um Familienangehörige nachholen zu können, wollen hier für ihre Familie sorgen oder sehen ihre Zukunft gar nicht in Deutschland, sondern wollen zurück in ihr Land, wenn dort wieder Frieden herrschen sollte", sagt Reinhard Becker, Teamleiter Markt und Integration.

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