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Celle Ortsteile Celler Grundschulen: Lage leicht entspannt
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Grundschulen: Lage leicht entspannt
18:01 23.08.2017
Von Gunther Meinrenken
Zumindest der Pflichtunterricht in den Celler Grundschulen ist durch vor allem Abordnungen sichergestellt. Quelle: Franziska Kraufmann
Celle

Drei Wochen nach Beginn des neuen Schuljahrs zeichnet sich zumindest an den Grundschulen in der Stadt Celle eine Entspannung der Situation ab. Die Pflichtunterricht ist an den meisten Bildungseinrichtungen weitgehend abgedeckt. Das ergab eine Umfrage der Celleschen Zeitung unter den Schulleitern. Eine entsprechende Anfrage an das Kultusministerium verlief im Sande. „Das Besetzungsverfahren läuft noch bis Ende des Monats, ist also noch nicht abgeschlossen. Insofern ist da noch weiterhin Bewegung drin“, so Sebastian Schumacher, Sprecher des Kultusministeriums.

Von den 15 Grundschulen in Celle haben lediglich die Blumläger Schule und die Grundschule Wietzenbruch auf die Anfrage der CZ nicht geantwortet. Bei den anderen ergibt sich aktuell folgendes Bild: Altencelle, Klein Hehlen und die Katholische Grundschule hatten keine freie Stelle, ebenso wie Groß Hehlen, wo allerdings eine Abordnung für acht Unterrichtsstunden erfolgt sei, um Lücken zu stopfen.

An der Altstädter Schule, Bruchhagen, Garßen, Nadelberg und Neustadt sind freie Stellen mit Abordnungen besetzt worden. An der Vorwerker Grundschule wurde eine freie Stelle umgewandelt in Sprachförderung für Flüchtlinge, um überhaupt eine Lehrkraft zu bekommen, eine weitere freie Stelle wurde per Abordnung gefüllt. An der Waldwegschule wurde eine freie Stelle besetzt. Die Heese-Süd hat eine freie Stelle durch Versetzung füllen können, die Hehlentorschule hat erst einmal für ein halbes Jahr eine „Feuerwehrkraft“ erhalten. „Das bedeutet, dass wir uns jetzt sofort wieder um eine Lehrkraft für das zweite Halbjahr bemühen müssen. So kommt keine Ruhe rein“, so Detlev Soetbeer, Leiter der Hehlentorschule.

Trotz der Abordnungen hält sich an den Celler Grundschulen die Begeisterung in Grenzen. In vielen Kollegien wurde in den Sommerferien und auch noch nach Start des Schuljahres an den Stundenplänen herumgebastelt. Lehrer wurden hin- und hergeschoben, bis es „irgendwie passte“. Als dann die Abordnung kam, ging das ganze Spiel wieder von vorne los.

Nach Einschätzung der meisten Schulleiter „werde man über die Runden kommen“. Nicht überall passen die so genannten Fachlichkeiten, sprich die Fächer, mit denen die Abordnungen kommen, zum Unterricht an einer Grundschule. „Wir würden uns wünschen, dass man das beim nächsten Mal besser vorbereitet“, meint Andreas Reichert, Leiter der Nadelberg-Schule und einer der Sprecher der Celler Rektorenkonferenz. Hintergrund: Nach Einschätzung von Eberhard Brandt, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, werde die Lehrerknappheit noch zwei Jahre anhalten.

Die Stundenpläne an den Celler Grundschulen sind eng gestrickt. „Bei Krankheiten haben wir jetzt weniger Luft für Vertretungen“, so Soetbeer. Weitere Einschränkungen: In Garßen ist Schulleiter Hartmut Kuhls gezwungen, die Förderstunden für Schüler mit geringen Deutschkenntnissen, sprich vor allem für Flüchtlinge, von 5 auf 2 Stunden in der Woche zu reduzieren. Zuerst muss der Pflichtunterricht abgedeckt werden.

Auch für die Ganztagsbetreuung könnte es Probleme geben. „Wir haben dort keine Lehrer mehr eingesetzt“, meinte Kathrin Linneweh, Leiterin der Vorwerker Grundschule. Das könnte dazu führen, dass die Stadt wieder verstärkt Betreuungskräfte bezahlen muss. Susanne McDowell, zuständige Dezernentin im Neuen Rathaus: „Wir haben noch keinen Überblick. Noch sind nicht alle Lehrer verteilt. Aber es könnte sein, dass wir aus dem städtischen Haushalt nachfüttern müssen.“