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Celle Ortsteile Celler Hochwasserschutz funktioniert
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Hochwasserschutz funktioniert
21:27 01.08.2017
Von Gunther Meinrenken
Geradezu idyllisch sieht die Hochwasserlandschaft bei Osterloh aus, die die jetzigen Wassermassen gebildet haben. Durch Schutzmaßnahmen in den vergangenen Jahren ist Celle mittlerweile für ein Hochwasser gut gerüstet. Quelle: Ingrid Felbier
Celle

Ausschlaggebend dafür war, dass der Großteil der Niederschläge mit 200 Millimetern allein in zwei Tagen im Harzvorland im Einzugsgebiet der Innerste fiel. Im Bereich der Oker war die Niederschlagsmenge zwar ebenfalls hoch, aber immer noch deutlich geringer.

An einem weiteren Grund ist Kohls nicht ganz "unschuldig". Celle hat in den vergangenen Jahren den Hochwasserschutz vorangetrieben. Und daran war Kohls als zuständiger Mitarbeiter der Stadt – zusammen mit dem Ingenieurbüro Heidt & Peters – maßgeblich beteiligt. In ein paar Monaten wird der dritte Abschnitt rund um die Allerinsel fertiggestellt sein. Flussabwärts in Boye und Klein Hehlen sorgen schon seit ein paar Jahren Flutmulden dafür, dass die Pegelstände auch bei Hochwasser deutlich geringer ausfallen.

"Wir hatten jetzt am Pegel Biermannstraße/Bahnhof einen Höchststand von 3,95 Meter in der Nacht zu Montag. Schon daran kann man sehen, dass das Hochwasser keine große Dimensionen hatte", so Celles "Deichgraf". Zum Vergleich: Beim Hochwasser 1946 stand der Pegel bei 5,28 Meter, 2003 und 1981 bei 5,19 Meter. Und vor vier Jahren, als es zu Überschwemmungen in Lachtehausen kam, lag der Wasserstand der Aller bei 4,24 Meter.

Kohls schätzt, dass der bisher realisierte Hochwasserschutz den Pegel um 20 bis 30 Zentimeter absinken lässt. Kritisch für die Altstadt werde die Situation erst, wenn an der Biermannstraße 4,90 bis 5 Meter gemessen werden. "Dann wäre der Fluss am Allerwehr etwa auf einem Niveau, sprich Ober- und Unterarm ausgeglichen. Das Wasser kann dann nicht mehr richtig abfließen und staut sich schneller auf", erläutert Kohls.

Doch selbst dann bliebe noch Luft nach oben. "Unsere Hochwasserschutzmaßnahmen sind für einen Pegelstand von 5,60 Meter ausgerichtet", erklärt Kohls. Das entspreche einem rechnerischen Jahrhunderthochwasser, an dem sich der Hochwasserschutz orientieren muss. Durch die jetzigen, wenn auch gering ausgefallenen Fluten, fühlt sich Kohls bestätigt: "Das Hochwasser zeigt, dass unsere Maßnahmen erforderlich sind und funktionieren."