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Celle Ortsteile Celler IGS will weiterkämpfen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler IGS will weiterkämpfen
19:36 19.12.2017
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Wie auch schon bei dem ablehnenden Beschluss im Schulausschuss des Landkreises vor einigen Wochen waren zahlreiche Schüler, Eltern und Lehrer der IGS zu der Sitzung erschienen. Etwa 120 von ihnen verfolgten im Kreistagssaal direkt die Debatte, etwa noch einmal so viele, die keinen Einlass mehr fanden, warteten davor und wurden über eine Lautsprecherübertragung auf dem Laufenden gehalten. Nach der Abstimmung versammelten sich die Zuschauer und Zuhörer noch einmal um den Vorsitzenden des Schulelternrats der IGS, Carsten Rusitschka. Er machte deutlich: "Wenn die Eltern weiterhin eine Oberstufe haben wollen, werden wir diesen Wunsch weiterverfolgen." Sprich: Die IGS wird auch in Zukunft Anträge auf eine gymnasiale Oberstufe stellen. Das Thema ist für die Politik also noch lange nicht erledigt.

Die inhaltliche Debatte über den Antrag der IGS wurde weitgehend schon in der Einwohnerfragestunde abgehandelt. Landrat Klaus Wiswe (CDU) sah sich dabei mitunter heftigen Vorwürfen ausgesetzt, wurde, wie auch die Kreistagsmehrheit, als "Verhinderer" bezeichnet, der nicht möchte, dass die Schüler an der IGS mit ihrem besonderen Lernsystem auch Abitur machen können. "Die stärksten Schüler werden abwandern, die IGS ist damit zerstört. Wollen Sie das?", fragte ein Zuschauer. Wiswe entgegnete: "Ich habe deutlich gesagt, dass hier keiner die IGS zerstören will."

Der Landrat legte noch einmal die Gründe dar, warum der Landkreis eine Oberstufe für die IGS ablehnt: Platzprobleme am Schulzentrum Burgstraße, in dem auch das Ernestinum untergebracht ist, kein Geld im Kreishaushalt, um neue Schulen zu bauen, der Schutz der bestehenden gymnasialen Oberstufen und die Überzeugung, dass die Schüler der IGS für das Abitur problemlos auf die bestehenden Oberstufen wechseln können. "Wenn ein Elternwunsch an uns herangetragen wird, dann wischen wir den nie weg. Aber wir müssen die gesamte Schullandschaft betrachten", so Wiswe.

Bereits hier kochten an einigen Stellen die Emotionen hoch, Redebeiträge pro Oberstufe wurden vom Publikum beklatscht, später bei der eigentlichen Diskussion der Kreistagsmitglieder gab es immer wieder Zwischenrufe. Mehrmals griff Kreistagsvorsitzender Thomas Adasch (CDU) zur Glocke, um die Gemüter zu beruhigen und an die Geschäftsordnung zu erinnern.

In der Debatte wurden im Kern die gleichen Argumente wie im Schulausschuss noch einmal ausgetauscht. Gerald Sommer (Grüne) erklärte, dass eine "IGS ohne gymnasiale Oberstufe keine IGS ist". Und Behiye Uca (Linke) mahnte, dass ohne Oberstufe das System der IGS ausgehöhlt werde. Maximilian Schmidt (SPD) warf den Gegnern einer Oberstufe "Mutlosigkeit, den Elternwillen und den Wettbewerb" zwischen den Schulen zuzulassen, vor.

Doch die Mehrheit aus CDU, FDP, Wählergemeinschaft und AfD ließ sich erwartungsgemäß nicht erweichen. Hubertus Bühmann (CDU) kündigte gar an, in dieser Wahlperiode, also den kommenden vier Jahren, einer Oberstufe nicht zustimmen zu wollen. Ulrich Kaiser (WG) und Iris Fiss (Unabhängige) deuteten an, zumindest mittelfristig ihre Meinung ändern zu wollen. So dürfte sich die Diskussion im kommenden Jahr wiederholen. Wahrscheinlich mit den gleichen Argumenten.