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Celle Ortsteile Celler Landwirte müssen frühzeitig über Nachfolge nachdenken
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Landwirte müssen frühzeitig über Nachfolge nachdenken
20:45 13.02.2015
Expertenrunde in Groß Hehlen (von links): Manfred Bläsig, Ralf Schlottau, Hermann Schünemann, Jürgen Mente und Stefan Gratzfeld . Quelle: Lothar H. Bluhm
Groß Hehlen

GROSS HEHLEN.

Umstrukturierungen und Neuorientierungen gehören heute zum Bild einer lebendigen und wirtschaftlich arbeitenden Landwirtschaft. Dabei ist Niedersachsen eines der vier Bundesländer, in denen eine gesetzliche Höfeordnung die Erbnachfolge regelt. Die sich daraus ergebende besondere Situation für landwirtschaftliche Betriebe stellte Ralf Schlottau, Fachanwalt für Agrarrecht, vor. So könnten bei Übertragungen die Hofstellen als Ganzes erhalten bleiben. „Die Hofübergabe nach der Höfeordnung ist in der Regel für aktiv wirtschaftende Betriebe mit einem Hofnachfolger sinnvoll“, sagte Schlottau. Um Abfindungs- und Nachabfindungsansprüche individuell und der jeweiligen Situation angepasst zu regeln, seien aber in Einzelfällen vertragliche Modifizierungen sinnvoll. „Insgesamt gilt: Die Landwirte müssen sich frühzeitig Gedanken machen und sich beraten lassen.“

Die Bedeutung von Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen stellte Rechtsanwalt Hermann Schünemann in seinem Referat dar und empfahl: „Wenn man sein Leben in jeder Situation selbst bestimmen möchte, sollte jeder frühzeitig mit vertrauten Personen die Vorsorge besprechen und dieses notariell dokumentieren. Wenn keine Vorsorge getroffen ist, ist ein langer juristischer Weg zu erwarten.“

Stefan Gratzfeld, Vorstandsmitglied der Sparkasse Celle, versprach den Landwirten, ihnen auch weiterhin kompetent zur Seite zu stehen, obwohl sich in der Bankenlandschaft der Trend zur Begrenzung der Kreditvergaben abzeichne. „Wie die Saat – so die Ernte“, spannte Gratzfeld den Bogen zwischen Hausbank und Landwirten, um die Betriebsleiter zu sensibilisieren für die richtige Gestaltung und den richtigen Zeitpunkt von Vollmachten und Hofübertragungen.

Kreislandwirt Jürgen Mente fasste das vergangene Betriebsjahr zusammen und stellte gute Erträge fest. Die außergewöhnliche Witterung sei dafür ausschlaggebend gewesen. Interessant: Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis Celle hat wieder zugenommen. 810 Höfe wirtschaften jetzt im Haupt- und Nebenerwerb. Der Maisanbau hat mit 14.149 Hektar einen Höchststand erreicht und liegt nur knapp hinter dem Getreideanbau (14.956 Hektar). Mentes Fazit: „Erträge top – Preise Flop!“ Dennoch sieht der Kreislandwirt in der Landwirtschaft eine Zukunftsbranche.

Von Lothar Bluhm