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Celle Ortsteile Celler Lutherfest als Glaubensmeile
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Lutherfest als Glaubensmeile
18:34 05.06.2017
Celle

Eingebunden in die Feierlichkeiten des Stadtjubiläums gehörte der Sonntag den Kirchen und ihrer Art, 500 Jahre Reformation zu feiern. 28 Einrichtungen und Institutionen mit umfassenden Info-Bereichen, Ständen sowie Spiel und Spaß machten die Stechbahn zu einer christlichen Glaubensmeile mit interessanten Fakten über Kirchengemeinden und diakonische Einrichtungen, Unterhaltung, Musik und Talkrunden.

Den Auftakt machte der ökumenische Open-Air-Gottesdienst mit Landessuperintendent Dieter Rathing. Die Verschiedenheit und Vielfalt nicht als Last und Keim des Unfriedens zu begreifen, sondern als gottgewollte, zumindest gefällige Chance von Fülle und Reichtum erkennen zu lernen, war Kernthema der Predigt. Pfingsten sei das Fest, an dem dies besonders klar zum Ausdruck gekommen sei. Der Moment, an dem Gott dafür sorgte, dass weder fremde Sprachen noch Sitten oder Gewohnheiten es verhinderten, einander zu verstehen. Unterschiede seien in diesem Moment nicht aufgehoben worden, aber sie traten als unwesentlich in den Hintergrund für den Moment der Verständigung und Einigung unter einem gemeinsamen Ganzen.

„Im Freien – mit einem Gott, der nicht nur einem gehört und der sich nicht einsperren lässt“ - konnte man sich auf eine Erkundungsreise begeben. Die verschiedenen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden, die Evangelische Jugend im Kirchenkreis, die freikirchlichen Gemeinschaften, das Katholische Pfarramt St. Ludwig, das Kolpingwerk Deutschland und die mit bis 15 Einrichtungen stark präsente „Diakonie Celle“ boten viele Mitmach-Aktionen.

Überall war etwas in Bewegung. Mädchen im Dirndl brachten Infomaterial der evangelisch-reformierten Kirche im Bauchladen unters Volk, Martin Luther und Philipp Melanchthon erzählten als Handpuppen von ihrem Leben, und selbst geschöpftes Papier konnte, mit persönlichen Thesen versehen, an eine Tür genagelt werden. Zwischen vielen Erwachsenenbeinen sausten kleine, farbenfroh geschminkte Schmetterlingswesen vergnügt umher. Unterm Sonnendach, das nur morgens kurz als Regendach fungierte, saßen Besucher und bastelten Burgen, gruben in Sandkisten nach Schätzen oder ließen sich mit Luthers Konterfei fotografieren.

Auf der Bühne gaben sich die Musikgruppen und Dialogrunden abwechselnd die Mikros in die Hand. Die Celler Bläsergruppe sowie Thomas Krause mit Pona Bolamu und Gospelworks begeisterten. Auf den Bankreihen saß ein echtes Multi-Kulti-Publikum. Der Auftritt des „Ibtahidsch-Ensembles“, entstanden mit arabischen Flüchtlingen unter der Leitung von Claudia Ott, wurde mit Applaus gefeiert.

Dazwischen stellten sich Honoratioren der Stadt und der Kirche mit Vertretern der unterschiedlichsten Einrichtungen – Bahnhofsmission, Flüchtlingshilfe, Beratungszentren, Essenszeit, Jugend- und Seniorenarbeit – auf die Bühne, um Rede und Antwort zu stehen auf die Fragen der Moderatoren zu Themenkomplexen wie „Glaube lebt – Kirche und Gesellschaft“, „Glaube hilft – Kirche und Diakonie“ und „Glaube zählt“. Der Kreisposaunenchor fand ebenso wie „Gospel4you“ viele Anhänger, die um und vor der Bühne verweilten und großzügig Beifall spendeten.

Von Doris Hennies