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Celle Ortsteile Celler Naturschutz-Kompromiss in Sicht
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Naturschutz-Kompromiss in Sicht
21:40 05.05.2015
Von Michael Ende
Auch im zukünftigen Schutzgebiet in der Allerniederung zwischen Boye und Klein Hehlen soll genug Platz für Hund und Herrchen sein. Quelle: Benjamin Westhoff
Klein Hehlen

KLEIN HEHLEN. Nur so viel Naturschutz wie unbedingt nötig. Auf diesen minimalistischen Ansatz haben sich Politik und Verwaltung in Bezug auf das geplante Naturschutzgebiet „Untere Allerniederung“ zwischen Boye und Klein Hehlen verständigt. Nachdem es in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses keine Einigung zwischen amtlichen Naturschützern und den politischen Vertretern jener, die das Allerufer auch weiterhin etwa zum Gassigehen nutzen wollen, gefunden wurde, deute nun vieles auf einen Kompromiss hin, so Umweltauschuss-Vorsitzender Heiko Gevers (CDU). Er hat nachverhandelt: „Die jetzt noch vorliegende Beschlussvorlage wird den Ausschuss nicht passieren, da es eine neue geben soll. Darauf habe ich mich mit der Verwaltung geeinigt.“

Gevers habe die Stadt, die bisher fest die Meinung vertrat, dass die gesamte Talaue Naturschutzgebiet werden müsse, umgestimmt und ihr Ausnahmen abgerungen: „Es wird die von mir geforderte Differenzierung geben. Der überwiegende Teil des in Rede stehenden Gebietes, die Fläche vor Klein Hehlen, die durch die Hochwasserschutzmaßnahmen entstanden ist, wird Landschaftsschutzgebiet. Der Uferbereich der Aller wird Naturschutzgebiet mit Ausnahmen für Baden und Bootsanleger.“ Die privat genutzten Weiden in Boye würden Naturschutzgebiet. Eine intensiv genutzte Wiese, auf der Gülle ausgebracht werde, solle Naturschutzgebiet „mit gewissen Einschränkungen“ werden. Gevers: „Insgesamt bin ich mit dieser Lösung zufrieden. Einige Bereiche sind tatsächlich sehr schützenswert. Die behindern aber auch nicht die freie Bewegung der Spaziergänger und Hundeführer.“

Als Jäger kennt der Boyer Günther Seiche die Fauna und Flora seines Reviers ganz genau. Er plädiert dafür, angesichts des um sich greifenden menschgemachten „Landschaftsverbrauchs“ wenigstens die ganze Allerniederung flächendeckend als Naturschutzgebiet auszuweisen: „Wer Natur schützen will, muss für den Menschen Nutzungsrechte in diesen Bereichen einschränken. Ist es wirklich unzumutbar, in einigen Bereichen den Hund an die Leine zu nehmen, als Spaziergänger auf dem Weg zu bleiben, nicht mit dem Geländekrad durch diesen Wald zu düsen, Grünlandflächen nicht durch massenhaftes Betreten zu zertrampeln und keine illegalen Slipanlagen für das Einbringen von Booten in die Aller zu nutzen?“

Diese Fragen des engagierten Naturliebhabers stehen im Raum, wenn sich der städtische Umweltausschuss am Donnerstag, 7. Mai, ab 17 Uhr in der Alten Exerzierhalle mit der Allerniederung befasst. Der angekündigte „Kompromiss“ lässt eines erwarten: Rundherum zufrieden dürfte am Ende niemand sein.