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Celle Ortsteile Celler Otto Haesler war auch Architekt für die Industrie
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Otto Haesler war auch Architekt für die Industrie
16:16 17.04.2018
Von Andreas Babel
Die „Entdeckung“ der drei nachgewiesenen Bauhaus-Industriebautendes Architekten Otto Haesler (kleines Bild) sind auf einem Stahlstich aus den frühen 1930er Jahren in ihrer klar gegliederten Schlichtheit gut zu erkennen. Heute stehen hier Wohnbauten (Foto rechts). Zu erkennen sind der Erweiterungsbau aus dem Jahr 1925 (1) , die Acetylengasanlage (2) und der Leute- und Lagerraum (3), beide aus dem Jahr 1927. Quelle: Haeslerarchiv Celle
Celle

Haack hatte vor vier Jahren Dokumente gefunden, die belegen, dass Haesler für den lichtdurchfluteten Erweiterungsbau der Celler Schwärzefabrik aus dem Jahr 1925 verantwortlich zeichnete.

Jetzt hat er mit seinem geschulten Blick für die richtigen Dokumente im Bestand des Haesler-Archivs in Westercelle auch Nachweise dafür gefunden, dass Haesler zwei Gewerbebauwerke für diese Fabrik geplant hat, die auf einem Stahlstich aus den frühen 1930er Jahren eindeutig als Bauwerke des Neuen Bauens identifizierbar sind. Zusätzlich plante er im Mai 1922 ein kleines Pförtnerhaus der in den 1970er Jahren abgerissenen Schwärzefabrik der Firma Hostmann-Steinberg – dieses allerdings nicht im Bauhaus-Stil. Heute befinden sich hier zwischen Badeland und Autohaus Dürkop (ehemals Maussner) Wohnbauten.

Haack ist sich sicher, dass Haesler auch ein noch existierendes Bauwerk an der Speicherstraße geplant hat. Ein Gebäude der ehemaligen Guizetti-Wachswarenfabrik aus dem Jahr 1924 trägt eindeutig seine Handschrift. Hierfür hat er aber noch keine Belege gefunden, die quasi als „Geburtsurkunde“ dieses Hauses taugen. Auf Fotos und alten Stichen hat er zudem Gebäude entdeckt, die an anderer, noch nicht identifizierter Stelle in Celle mögliche Haesler-Industriebauten zeigen.

Haesler hat Bauwerke in allen Bereichen realisiert, zumindest aber geplant. In einem Bericht des Hannoverschen Anzeigers vom 7. Mai 1932 über die Ausstellung „Bauten von Otto Haesler“ in der Kestnergesellschaft wird mit einem umfassenden Beispielkatalog das Gesamtschaffen Haeslers in seiner Vielfältigkeit hervorgehoben. Und diese Gesamtdarstellung endet mit der Feststellung: „Nur die Industrie-Großbauten fehlen.“ Das rückt Haack jetzt gerade: „Diese Aussage ist falsch. Es überrascht nur, dass es Haesler zu keinem Zeitpunkt für erforderlich hielt, diese unrichtige Aussage zu korrigieren.“

Die Unterlagen über Baugenehmigung und Bauabnahme bestätigen, dass Haesler 1927 auf dem Gelände der Schwärzefabrik ein großes Gebäude für eine Acetylengasanlage und ein kleineres Gebäude als „Leute- und Lagerraum“ geplant und ausgeführt hat.

„Diese neuen Entdeckungen machen eines deutlich: Haesler war nicht nur ein erfolgreicher Baumeister im Siedlungs-, Schul- und Wohnungsbau. Er war gleichermaßen erfolgreich im Industriebau.“

Die Bauakademie der DDR nahm im Jahr 1952 Haeslers 70. Geburtstag zum Anlass, sein Lebenswerk mit einer Ausstellung in Berlin zu würdigen. Die Fototafeln dieser Ausstellung hat die Stadt Celle mit dem Nachlass von Otto Haesler erworben. Sie befinden sich heute im Haesler-archiv, einem Teil des Celler Stadtarchivs.

Die Feststellung, dass Haesler auch Industriebauwerke geschaffen hat, ist wenige Monate vor Beginn des Bauhausjahres 2019 nicht nur für Celle eine gute Nachricht. „Damit wird die Bedeutung des fast vergessenen Architekten der Bauhauszeit um ein weiteres wichtiges Detail deutlich erhöht. Zudem dürfte nach jetzigem Stand meiner Nachforschungen mit Sicherheit davon auszugehen sein, dass sich nicht nur in Celle, sondern auch an anderen Standorten noch Industriebauten befanden oder sogar noch befinden, die von Haesler in den 20er Jahre geschaffen worden sind.“ Wenn Haack demnächst wieder ins Archiv „abtaucht“, sollten also weitere Entdeckungen von ihm zu erwarten sein.

Mit "Weimarer Verhältnissen" lässt sich nach der jüngsten Kommunalwahl die Zusammensetzung des Celler Rates recht treffend umschreiben. Im höchsten politischen Gremium der Stadt sitzen Vertreter aus zehn politischen Parteien und Gruppierungen und das bei gerade einmal 43 Ratsmitgliedern insgesamt. Demnächst könnte noch eine elfte dazu kommen. Nach CZ-Informationen soll die SPD-Fraktion vor einer Spaltung stehen. Demnach soll der ehemalige Fraktionsvorsitzende Jörg Rodenwaldt vorhaben, mit vier weiteren SPD-Ratsmitgliedern eine eigene Gruppierung zu bilden. Rodenwaldt selbst war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, er besucht gerade mit einer Ratsdelegation die israelische Partnerstadt Mazkeret Batya.

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