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Celle Ortsteile Celler Parteien beurteilen Silbersee-Räumung unterschiedlich
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Parteien beurteilen Silbersee-Räumung unterschiedlich
10:23 24.05.2018
Von Audrey-Lynn Struck
Quelle: Oliver Knoblich
Vorwerk

Nicht alle Fraktionen im Stadtrat lobten das schnelle Vorgehen der Verwaltung, die über das Pfingstwochenende alle nötigen Schritte in die Wege leitete, sodass eine schnelle Rückkehr der Anwohner bereits in der nächsten Woche ermöglicht wurde.

"Unverhältnismäßig": Bereits kurz nach der Räumung bezeichnete die Celler AfD das Vorgehen der Stadtverwaltung als "unverhältnismäßig, unfair und willkürlich". "Die mutmaßlichen Brandschutzmängel, die für die Zwangsräumung der Grund sein sollen, sind sicherlich nicht von heute auf morgen auf dem Campingpark entstanden", sagte Fraktionsvorsitzender Anatoli Trenkenschu. Die anstehende Rückkehr der Anwohner ist für die AfD kein Grund mit der Kritik aufzuhören. "Warum hat die Stadtverwaltung die Situation zuerst eskalieren lassen? Warum konnte der Lösungsansatz den Bewohnern nicht bereits in der letzten Woche vorgeschlagen werden?", so Trenkenschu.

Noch Klärungsbedarf: Bernd Zobel, Fraktionsvorsitzender der Grünen, ist da milder gestimmt. Hatte er noch am Wochenende das Vorgehen der Stadt auf das Schärfste kritisiert, so ist er nach den jüngsten Ereignissen wieder zugänglicher. "Erfreulich ist nach den turbulenten Pfingsttagen die in Aussicht gestellte zügige Rückkehr", sagte Zobel. Dennoch sei auch nach Ansicht der Grünen nach der Abarbeitung der aktuellen Aufgaben zu klären, wie es zu der "plötzlichen Räumung kommen konnte und wie die zukünftige Gestaltung des Silbersees samt Campingareal geplant wird".

Mehr einbezogen werden: Dem Linken-Fraktionsvorsitzenden Oliver Müller erschien die Art des Vorgehens am Freitagmittag nicht durch eine tatsächliche Gefahrensituation hervorgerufen zu sein. Er kritisierte die Art und Weise, wie die Verfügung zugestellt wurde, und sprach in diesem Zusammenhang von einer "rechtlich fragwürdigen" Verfügung der Stadt Celle. "Ich schäme mich für die bürokratische Härte, die die Stadt hier an den Tag legte. Selbstverständlich hätten die Bürger in dieser Situation erwarten dürfen, dass sie in die Entscheidungen einbezogen werden", so Müller. Stattdessen sei über ihre Köpfe hinweg über ihr Leben entschieden worden.

Notwendige Handlung: "Die Räumung des Geländes war eine notwendige, fürsorgliche Handlung der Verwaltung, nachdem eine gefahrenbeladene Situation festgestellt wurde", so Heiko Gevers, Fraktionsvorsitzender der CDU. Politische Diskussionen und Abwägungen hätten die Gefahr nicht beseitigt und im Notfall keine Leben gerettet, so Gevers weiter. Nachdem ein Großteil der Anwohner bereits diese Woche wieder in seine Häuser zurückkehren kann, werde die CDU weiter hinterfragen, welche vorbeugenden Maßnahmen zur künftigen Vermeidung solcher Aktionen getroffen werden müssten.

Nicht vorschnell kritisieren: SPD-Fraktionsvorsitzender Patrick Brammer räumte ein, dass das Handeln der Verwaltung eine drastische Maßnahme für die dort lebenden Menschen darstellte. Allerdings wäre man schlecht beraten gewesen, nach dem Motto "Es wird schon nichts passieren" zu verfahren. "Wären am Wochenende Menschen durch ein Feuer auf dem Gelände zu Schaden gekommen, hätte schuldhaftes Verhalten vorgelegen", so Brammer. Wer die Evakuierung vorschnell, ohne Prüfung aller Umstände, lauthals kritisiere, habe nur die eigenen politischen Ziele im Kopf – "und nicht die Sicherheit der Menschen". Brammer begrüßte ausdrücklich, „dass die Mängel auf dem Gelände schnellstmöglich von der Verwaltung behoben werden und dass somit die Menschen rasch wieder auf dem Gelände einziehen können“.

Ein großes Aufgebot an Mitarbeitern der Stadt Celle, der Polizei und eines Security-Dienstes hatte sich am Freitagmittag vor dem Silbersee-Gelände versammelt. Bereits bevor die Anwohner im nahe gelegenen Gasthaus über die bevorstehende Räumung informiert wurden, ahnten einige Vorwerker Böses.

Audrey-Lynn Struck 22.05.2018

Es war ein Schock für die Anwohner am Silbersee. Am Freitagmittag ließ die Stadtverwaltung in Begleitung von Security und Polizisten den Campingplatz in Vorwerk aus Brandschutzgründen räumen. Die rund 50 Menschen mussten noch am selben Tag das Gelände verlassen und wurden in Notunterkünften untergebracht. Am Dienstag suchte die Stadt nun das Gespräch mit den Anwohnern. „Wir sind optimistisch, dass bis Ende der Woche keine konkrete Gefahr mehr vorhanden ist“, so Stadtbaurat Ulrich Kinder.

Audrey-Lynn Struck 22.05.2018

Die Räumung des Campingplatzes am Silbersee in Vorwerk schlägt weiter hohe Wellen. Einige Bewohner campen inzwischen vor dem von der Stadt Celle gesperrten Areal. Am Dienstag soll es eine Informationsveranstaltung geben.

23.05.2018