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Celle Ortsteile Celler Programmkino "Achteinhalb" Ort für kontroverse Gespräche
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Programmkino "Achteinhalb" Ort für kontroverse Gespräche
05:18 16.02.2018
Regisseur Philipp Hartmann Quelle: AIejandraRocabadokoya
Celle

„Zum Delphin-Palast in Wolfsburg gehört noch heute eine Künstlerwohnung; in dem Bett, in dem ich übernachtete, lag schon Romy Schneider“, erzählt Hartmann. Die Wolfsburger Behausung, die seit den 1950er Jahren nicht verändert wurde, ist nur eine von etlichen Kuriositäten, die der Filmemacher während seiner zwölfmonatigen Reise durch die deutsche Programmkino-Landschaft begegneten.

Ungeachtet ob er sich im tiefsten Süden oder höchsten Norden der Republik befindet, die Personen, die er interviewt, ähneln sich. „Es geht um Menschen, die etwas aus Leidenschaft machen“, fasst der Regisseur die wichtigste Voraussetzung für das Betreiben eines Lichtspielhauses mit besonderer Auswahl in Worte. Und diese Hingabe fördert auch Absonderliches zutage wie Daumenkino oder den Zusammenschnitt von Musteraufnahmen, für die grundsätzlich Mitarbeiterinnen vor die Kamera geholt wurden. „Ich habe die Vorführmiezen aufbewahrt, eigentlich war dieses Probematerial für den Müll bestimmt“, berichtet ein Protagonist, während ein anderer ein auf Zelluloid gebanntes Frauengesicht durch Daumenblättern zum Leben erweckt.

Zuschauer hat der gelernte Volkswirt Hartmann in seiner von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Süddeutschen Zeitung gut besprochenen und auf vielen Festivals gezeigten Dokumentation nicht zu Wort kommen lassen, umso spannender ist die Reaktion der zwölf Gäste im „Achteinhalb“, die allesamt zum Stammpublikum gehören. „Mir gefällt der Titel gar nicht“, hatte Zuschauer Michael Krebs schon vor dem Filmstart gesagt. Dieser geht zum Bedauern vieler, die das Geräusch der sich drehenden Filmrolle so sehr liebten, digital vonstatten. „Also diese Miezen und das Daumenblättern, das gehört doch in die Überschrift“, zeigt sich Krebs wie die übrigen Zuschauer nicht nur insgesamt begeistert, sondern hat auch gleich einen Vorschlag zur Variation für Hartmann parat.

Dieser hätte angesichts der Neugierde, die sein Werk in Celle entfacht hat, weit mehr Zeit mitbringen müssen, um alle Fragen zu beantworten. Die einzelnen Protagonisten haben es den Damen und Herren in den roten Sesseln angetan. „Was ist denn aus dem Berliner Projekt geworden?“, kommt es aus den Reihen angesichts eines Vorhabens, das in Neukölln in die Zukunft weist.

„Das Achteinhalb ist nicht da, um einen schönen Abend zu bereiten, es soll Ort für kontroverse Gespräche und kleine Gruppierungen sein, die in unserer Gesellschaft keinen Raum mehr haben“, formuliert die Celler Stimme des Programmkinos, der Betreiber des Lichtspielhauses Stefan Eichardt, sein Anliegen. Was er damit meint, ist abzulesen bei der Veranstaltung: Inmitten all der auf Plakate gebannten Juwelen der Filmkunst sitzen Leute beieinander, die dem Mainstream eine Absage erteilt haben, der Anspruch des Clubs der Cineasten geht weit darüber hinaus und bedarf eines Kleinods, dem Filmemacher Philipp Hartmann mit seinem Werk ein Denkmal gesetzt hat.

Von Anke Schlicht

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