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Celle Ortsteile Celler Schüler erforschen "Anatomie des Extremismus"
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Schüler erforschen "Anatomie des Extremismus"
17:40 05.12.2017
Von Gunther Meinrenken
Clara Heinze hat sich mit einer Skulptur an dem Extremismus-Projekt des KAV beteiligt. Aus dem Kopf wächst ein Zweig, an dem verbrannte Fragmente des Grundgesetzes hängen. "Ich möchte zeigen, dass Extremismus viele Aspekte hat." Quelle: Oliver Knoblich
Celle

"Die Juden waren ausgeliefert, fast niemand hat ihnen geholfen", erklärt die 18-Jährige ihr Werk. Und sie ergänzt: "Auch wenn meine Generation und die davor direkt nichts mehr mit der NS-Zeit zu tun hatten, müssen wir die Verantwortung dafür, dass das, was damals passiert ist, sich nicht wiederholt, weitergeben."

Hackmann ist Schülerin des Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasiums (KAV). Mit zwei weiteren Bildern hat sie sich in den vergangenen Wochen an der Schule am Projekt "Anatomie des Extremismus" beteiligt. Über 200 Schüler haben sich in Kursen oder auch einzeln mit dem Thema auseinandergesetzt. Eine Auswahl der Werke wird ab kommenden Montag in der CD-Kaserne zu sehen sein. Im Anschluss werden die Arbeiten auf den Fluren des KAV präsentiert.

"Die Idee, ein fächerübergreifendes Projekt zum Thema Extremismus durchzuführen, gab es schon länger. Doch erst durch die Mittel des Programms 'Demokratie leben!' war es uns jetzt möglich, dies auch umzusetzen", erklärt Politik-Lehrerin Johanna Thomsen, die zusammen mit den Kunstlehrern Dennis Karrasch und Bettina Schillat das Projekt koordiniert hat. Mit den Fördergeldern in Höhe von 3000 Euro wurden die Materialien beschafft und eine Grafikerin bezahlt, die die Werke der Schüler aufgearbeitet hat.

Die Schüler haben bei der Beschäftigung mit dem Thema eine beeindruckend weit gefächerte künstlerische Bandbreite abgedeckt: Plastiken, Designprodukte für Extremisten wie eine Handcreme gegen Homophobie, Bilder und Zeichnungen, Kurzfilme, Podcasts, Textarbeiten und kunstvoll gestaltete Friedenspfeifen gehören zu den Ergebnissen.

"Uns war es dabei besonders wichtig, möglichst viele Facetten von Extremismus zu beleuchten und den Schülern dabei viel kreativen Freiraum zu lassen", sagt Thomsen. So beschäftige sich ein Film speziell mit dem Thema Linksextremismus, zeigt die Wut und den Ausbruch von Gewalt gegen andere und gegen den Staat, andere Arbeiten thematisierten Flucht und Vertreibung auch in der heutigen Welt.

Die Ausstellung "Anatomie des Extremismus" wird am Montag, 11. Dezember, 17 Uhr, im Foyer der CD-Kaserne eröffnet. Zu sehen sein wird sie bis Dienstag, 19. Dezember, Montag bis Freitag, 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Ein Besuch wird empfohlen ab Jahrgang 9.