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Celle Ortsteile Celler Theologe Malte Dominik Krüger für Wissenschaftspreis nominiert
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Celler Theologe Malte Dominik Krüger für Wissenschaftspreis nominiert
14:17 21.05.2015
Von Carsten Richter
Wietzenbruch

„Keine Treffer“ heißt es bislang, wenn man im Textarchiv der Celleschen Zeitung nach Dr. Malte Dominik Krüger sucht. Und tatsächlich dürfte der promovierte Theologe auch hauptsächlich nur in Wietzenbruch ein Begriff sein – seit 2009 hatte er einen ehrenamtlichen Predigtauftrag in der Johannes-Gemeinde. Sein Bekanntheitsgrad könnte sich aber schon bald steigern. Seit Februar hat der 40-Jährige nicht nur eine Viertel-Pastorenstelle in Wietzenbruch übernommen. Als „Luther-Botschafter“ organisiert er außerdem die Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum 2017 in Celle. Und er ist aktuell nominiert für den mit 20.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis der evangelischen Hanns-Lilje-Stiftung.

Am 29. April wird der Preis in Hannover verliehen. Es ist der höchst dotierte Preis, den kirchliche Stiftungen in Deutschland an Wissenschaftler verleihen und soll den Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft fördern. Krüger ist für seine Studie vorgeschlagen worden, mit der er sich an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg für das Fach Systematische Theologie habilitiert hat. Dort, in Halle, unterrichtet der Celler seit vergangenem Jahr als Privatdozent.

In seiner Studie beschäftigt sich Krüger mit dem menschlichen Bildvermögen, wodurch Religion, Kunst und Kultur in einem engen Zusammenhang stünden, so der Theologe. Er freue sich über die Nominierung – persönlich, aber auch weil sie eben dieses Verhältnis unterstreichen könne. „In allen drei Bereichen geht es um Freiheit und menschliche Kreativität.“ Aktuell werde dies deutlich an den Bilderzerstörungen durch die IS-Terroristen im Irak und den Anschlag auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“.

Krüger ist unter den Nominierten der einzige Theologe. „Das kann Vor- und Nachteil sein“, meint er. Ein Kunstwissenschaftler und eine Philosophin gehören ebenfalls zum Kreis der Auserwählten. Zu gewinnen sei letztlich Glückssache. Keinesfalls weniger wichtig als seine Arbeit in Halle ist dem 40-Jährigen ohnehin Celle und besonders Wietzenbruch, wo er seit 2009 zusammen mit seiner Frau Dr. Dorothea Arnold-Krüger wohnt.

Sie haben nicht nur gemeinsam einen vierjährigen Sohn, sondern teilen sich nun auch die Pfarrstelle. An zwei Tagen in der Woche fährt Krüger nach Halle, die restliche Zeit über ist er in Celle. „Hier ist meine Heimat, hier bin ich zu Hause“, sagt der gebürtige Göttinger. Auch beruflich sieht er seine Tätigkeit an der Uni nicht als „Endstation“. Theologie habe ja was mit Leben zu tun, betont er. „Und wo kann man mehr mitbekommen von realen Lebensgeschichten als im Pfarramt?“ Es sei außerdem interessant herauszufinden, was von der wissenschaftlichen Theorie vor Ort vermittelt werden könne.

Und dann ist da ja auch noch das 500-jährige Jubiläum der Reformation. „Es laufen erste Vorgespräche“, sagt Krüger vorsichtig zu den Programmplanungen für Celle. Sicher seien erst eine Ausstellung im Bomann-Museum sowie in der Stadtkirche – und hoffentlich die Wiedereröffnung der Schlosskapelle.